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Protokoll der Jahreshaupt- und Mitgliederversammlung 2017 ( 10.01.2018 )
 
 
Protokoll
der ordentlichen Jahreshaupt- und Mitgliederversammlung
am 28. August 2017 im Longines Club, auf der Rennbahn in Iffezheim
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TOP 1 Begrüßung durch den Präsidenten

Herr Ostermann begrüßt die Versammlung, insbesondere Herrn Woeste, den Präsidenten des Direktorium für Vollblutzucht und Rennen, und Herrn Dr. Jacobs als Präsidenten von Baden Racing. Herr Ostermann bittet Herrn Dr. Jacobs als Präsident von Baden Racing ans Mikrofon.

Auch Herr Dr. Jacobs begrüßt alle Anwesenden: „Baden-Baden geht in das 160. Jahr Rennsport. 1858 gewann eine Stute das erste Rennen und seitdem hat sich Baden-Baden zum Flagship des deutschen Rennsports entwickelt und vor ca. 40 Jahren kam das Frühjahresmeeting hinzu, sowie das Sales und Racing Meeting vor 15 Jahren, ein Programm mit drei Säulen. Insgesamt generiert Baden-Baden 23% des deutschen Toto-Umsatzes, 28% der deutschen Bahnwette, 12 der 44 Grupperennen werden hier ausgetragen, man schüttet im Schnitt 22.000 € pro Rennen aus, wobei der deutsche Durchschnitt ohne Baden-Baden bei 10.000 € liegt. So sind wir beim Rennpreis quasi der Marktführer und hoffen, dass das so bleibt. Inzwischen sind wir auch der zweitgrößte Trainingsstandort hinter Köln und wir planen diesen zu vergrößern und auch zu investieren. Ich möchte Ihnen zeigen, wie wichtig Baden-Baden für den deutschen Rennsport ist. Daher danke ich Ihnen für Ihre Unterstützung als Besitzer sowie auch als Sponsor. Wir haben mit den Gemeinden zusammen 1,2 Millionen Euro in die Rennbahn investiert. Trotzdem möchte ich den Appell an Sie richten, uns weiter mit Ihren Pferden zu unterstützen. Zwei Themen, die uns betreffen, sind der Wettumsatz und die Rückvergütung. Vor 10 Jahren hat Baden-Baden mehr als doppelt so viel Umsatz gemacht wie heute. Auch durch die Rückvergütung fehlen 300.000 €. So sind es 1 Million Euro, die fehlen, und dies ist hart zu kompensieren. Daher mein Appell und mein Dank, dass Sie uns unterstützen.“

Herr Ostermann bedankt sich bei Herrn Dr. Jacobs und bittet Herrn Woeste ans Mikrofon. Herr Woeste begrüßt alle Anwesenden und freut sich, ein paar Worte an sie richten zu können. Er berichtet: „Die drei Abteilungen des Direktoriums Zucht, Rennsport und Finanzen arbeiten sehr gut. Herr Dr. Uphaus hat einen guten Draht im In- und Ausland, Herr Schmanns macht eine sehr gute Arbeit sowie auch Herr Engels. Ich möchte mich auch bei Herrn Vogel herzlich bedanken, der ein Riesenprogramm zu bewältigen hat, mit vielen Problemen, aber auch erfreuliche Dinge erzählen kann. Im Präsidium arbeiten wir mit Herrn Ostermann, Herrn Endres, Herrn Dr. Jacobs und Herrn Hartenstein sehr professionell und positiv miteinander. Auch wenn Herr Ostermann gleich nicht alle Erwartungen im Hinblick auf das Strukturprogramm erfüllt, möchte ich Ihnen sagen, dass wir mit unserem ganzen unternehmerischen Sachverstand und unternehmerischer Erfahrung, aber auch mit unserem großen Herz für den Rennsport dabei sind, etwas miteinander zu entwickeln. Das braucht seine Zeit, wir haben mehrfach schon gesagt wir haben nur noch einen Schuss und der muss sitzen, deswegen auch von meiner Seite: Haben Sie Geduld und haben Sie Vertrauen, wir arbeiten daran. Wenn es gut geht, wird es eine tolle Geschichte. Ich selbst bin nun wirklich in meinem letzten Jahr als Präsident, ich wollte bereits im Januar eigentlich schon aufhören, wie das immer so ist, man kann dann nicht aufhören, man möchte dann nicht aufhören, aber demnächst höre ich auf. Es war eine tolle Zeit und die letzten acht Jahre haben mir sehr viel Freude gemacht. Ich möchte mich bei Ihnen allen sehr herzlich bedanken, die allerwenigsten von Ihnen kannte ich vor acht Jahren, ich habe viele viele kennen- und vor allem schätzen gelernt, wir haben sehr fair die Dinge miteinander behandelt, wir haben hart um die Sachen gerungen, aber wir haben auch fröhlich und freudig manche Sachen zur Kenntnis genommen. Natürlich bleibe ich dem Rennsport verbunden und vielleicht kann ich hier und da noch helfen. Ich bin seit vielen Jahren Rennsportfreund und werde es bleiben, ich werde alles verfolgen und werde dafür kämpfen, dass wir miteinander eine gute Zukunft haben.“

Herr Ostermann dankt Herrn Woeste und betont, dass heute ein besonderer Tag ist, da er das letzte Mal in seiner Funktion des Präsidenten des Direktoriums zu uns gesprochen hat. Er hofft, dass er unsere Veranstaltungen weiter besucht. Herr Ostermann glaubt für alle Mitglieder der Besitzervereinigung sagen zu dürfen, dass Herr Woeste in den letzten acht Jahren seiner Amtszeit den deutschen Rennsport massiv geprägt hat im positiven Sinn. Herr Ostermann führt weiter aus: „Wir werden dies in der ein oder anderen Form zu würdigen wissen und auch vermissen. Ihr Engagement als Präsident ist unermesslich groß. Einen Präsidenten mit so einem Engagement haben wir nicht gehabt in den vergangenen Jahren. Sie haben uns sehr beeindruckt. Ich wünsche Ihnen für die letzten wichtigen Wochen Ihrer Amtszeit, die wir noch vor uns haben alles erdenklich Gute und weiter Hals und Bein.“

Herr Ostermann gedenkt folgender verstorbener Mitglieder:

• Herr Dr. Karl-Josef Boening
• Herr Hans Eisel
• Herr Andreas Kißler
• Herr Waldemar Zeitelhack

Herr Ostermann beginnt seine weiteren Ausführungen mit einem Zitat von Frau Ina Emma Zimmermann, der Züchterin und Besitzerin der diesjährigen Diana-Siegerin Lacazar:

„Meine Rendite ist die Freude“

Herr Ostermann führt weiter aus: „Besser kann man unseren Rennsport in einem Satz nicht auf den Punkt bringen. Sei es als Züchter, Besitzer oder Präsident eines Rennvereines, wir alle sollten nicht vergessen, dass unser Rennsport zuallererst uns Freude machen soll. Ganz unabhängig davon, ob man einen kleinen Anteil an einem Rennpferd besitzt oder einen großen Rennstall sein Eigen nennt. Dies trifft natürlich auch auf unsere Züchter zu, von denen über 80% nur ein bis zwei Zuchtstuten besitzen. Eine Zahl, die in ganz Europa ihres gleichen sucht, und nicht umsonst ist diese Gruppe der kleinen Züchter das Rückgrat der deutschen Vollblutzucht, die auch 2017 international höchste Anerkennung genießt. Das aktuelle Paradebeispiel für einen, wie wir liebevoll sagen, „kleinen“ Züchter, Trainer und Besitzer ist der momentane Galopper des Jahres Iquitos. Gezüchtet von der, verzeihen Sie mir, wenn ich Ihnen das Alter verrate, 94- jährigen Dame, Frau Dr. Erika Buhmann, trainiert von Hans-Jürgen Gröschel, der ca. 30 Pferde im Training hat, und im Besitz des Stalles Mulligan, einer Besitzergemeinschaft von vier Golffreunden, die drei Pferde besitzen. Dieses äußerst sympathische Beispiel zeigt, dass Sie nicht zu den Jacobs, Baums, Woestes, Ullmanns, oder Ostermännern dieser Welt gehören müssen, um in unserem schönen Rennsport erfolgreich zu sein. Dies trifft aber nicht nur auf unsere Züchter und Besitzerkollegen zu, sondern lässt sich auch in der Riege der deutschen Rennvereine fortsetzen. Natürlich sind unsere Gruppe-I-Veranstalter in strikter alphabetischer Reihenfolge, Baden-Baden, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln und München die Leuchttürme unserer tragenden Prüfungen und für den deutschen Galopprennsport unabdingbar. Aber ich möchte in diesem Jahr einmal bewusst zwei Rennvereine erwähnen, die keine Gruppe -I Rennen veranstalten, aber trotzdem eine enorme Bedeutung haben. Hierbei handelt es sich um die Rennvereine Hannover und Bad Harzburg. So feierte der Hannoversche Rennverein in diesem Jahr unter dem Motto „Sport, Spannung und Tradition“ sein 150-jähriges Vereinsjubiläum. Am 8. Juli 1867 gegründet, durchlebte der Rennverein der niedersächsischen Landeshauptstadt viele Höhen und einige Tiefen. So veranstaltete man nicht einmal ein Jahr nach dem zweiten Weltkrieg am 20. Oktober 1946 den „ersten“ Nachkriegsrenntag. Ende der 80-ziger, Mitte der 90-ziger gehörte Hannover zu den führenden Rennvereinen in Deutschland. Leider musste man Ende 2004 in die Insolvenz gehen. Umso erfreulicher war es, dass Du, lieber Gregor, nicht zu denen gehört hast, die sagen, wie es bessergeht, sondern Dich bereit erklärt hast, Deinen Hut in den Ring zu werfen. Und so bist Du seit 12 Jahren Präsident des Rennvereins Hannover und wir gehen alle davon aus, dass Du es noch lange bleiben wirst, und auch im Namen der Besitzervereinigung für Deinen unermüdlichen Einsatz vielen herzlich Dank! Auch der Rennverein Bad Harzburg ist eine wahre Vorzeigerennbahn, die man eigentlich nicht mehr als kleinen Veranstalter bezeichnen kann. Was hier in den letzten Jahren langsam, aber stetig gewachsen ist und sich weiterentwickelt hat, sollte uns allen und auch dem ein oder anderen großen Rennverein als Vorbild dienen. So finden in Bad Harzburg seit kurzer Zeit sogar Listenrennen, wenn auch nur über die Sprünge, und Auktionsrennen statt. Und ich kann Ihnen aus meiner Arbeit im Direktorium und in der Besitzervereinigung berichten, dass der Rennverein Bad Harzburg der einzige Rennverein war, der ein 20.000 € Rennen teilt, ohne direkt um Zuschüsse zu bitten. Der Spaß und die Freude, die die Aktiven haben, wenn sie nach Bad Harzburg fahren, sind die sicherlich schönste Rendite für den Präsidenten Herrn Ahrens und sein Team. Gerade das Beispiel Bad Harzburg zeigt, dass es möglich ist, Rennvereine erfolgreich zu führen. Trotzdem agieren leider immer noch viele unserer Rennvereine nicht erfolgreich.
Als jüngstes Beispiel der Mülheimer Rennverein, Sie haben aus der Presse von kritischen Rahmenbedingungen in Mülheim hören können, die ich an dieser Stelle nur bestätigen kann. Ohne das Engagement des DVR hätte der letzte Renntag nicht stattfinden können oder sähe die Zukunft dieses Vereines sehr düster aus.
Weitere Beispiele im kritischen Sinne sind Bremen, Neuss, und wie wir seit Jahren wissen Frankfurt. All diese Konstellationen ergeben ein Gesamtbild, das nur einen Schluss zulässt:
Wir brauchen dringendst Rahmenbedingungen für unsere Rennvereine, die die Wirtschaftlichkeit und die Fortführung des Rennbetriebs sicherstellen. Dazu gibt es unter dem Begriff „Strukturreform“ mehrere Arbeitsgruppen des Rennsports, geleitet vom Präsidium des Direktoriums. Ich kann Ihnen an dieser Stelle mitteilen, dass es konstruktive Diskussionen sind, die geführt werden, die aber in unterschiedliche Richtungen laufen, da das Thema sich sehr komplex gestaltet, wie z. B. die Gestaltung staatlicher Rahmenbedingungen finanzieller Art, der Glücksspielstaatsvertrag, die Rennwettsteuerrückvergütung, wie die Wirtschaftlichkeits-betrachtung verschiedener Institutionen, wie die Verwendung eigener finanzieller Ressourcen oder auch eine grundsätzliche gesellschaftsrechtliche Gestaltung als Beispiel in Form einer Dachgesellschaft. Wir werden Sie alle über die zukünftigen Weichenstellungen sehr zeitnah informieren.
Es gibt noch viel Luft nach oben und dringenden Handlungsbedarf, wie Sie meinen Ausführungen entnehmen können. Ein wichtiges Detailthema ist unser aktuelles Fernsehbild von den Rennbahnen, es ist deutlich verbesserungswürdig. Erste Grundlage ist hier eine von unserer Seite angeregte vernünftige Regie, vor allem bei Renntagen mit zwei oder drei Veranstaltern.
Umso erfreulicher war es, dass aufgrund des Einsatzes des Direktoriums die ARD unser Derby 2017 im Rahmen der Sportschau übertragen hat und damit knapp 2 Millionen sportbegeisterte Zuschauer erreichte. Hier ist man auf dem richtigen Weg und vor allem in Zeiten, wo der Fußball vieles überstrahlt, ist es unheimlich wichtig, dass man auch andere Sportarten wie unseren Galopprennsport im Fernsehen sieht, denn nur so kann man neue Besucher, potentielle Besitzer und natürlich auch Sponsoren erreichen. Das Derby 2017 zeichnete sich vor allem durch einen tollen Rennverlauf und einen fairen Endkampf aus. Und dies sage ich Ihnen als Zweiter mit meinem Pferd Enjoy Vijay. Eine große Freude war es mir, dass sich alle beteiligten Jockeys strikt an die vorgegebenen Regeln gehalten haben. Dies war vor allem in Anbetracht des Derbys 2016 unheimlich wichtig. Erlauben Sie mir hier noch eine persönliche Bemerkung zum Derby im vergangenen Jahr. Mit der Einladung zur diesjährigen Jahreshauptversammlung haben Sie die Rede von Herrn Dr. Stefan Oschmann erhalten, die ich Ihnen sehr ans Herz lege. Betrübt war ich über die Dauer, über die sich das Verfahren rund um das Derby 2016 vor der eigenen Verbandgerichtsbarkeit hingezogen hat. Es hat 13 Monate gedauert, bis der Verband ein Urteil gesprochen hat.
Eine wahrhaftig echte Rendite in Form eines finanziellen Returns gab es beim Verkauf unserer Anteile an der Firma Racebets im Dezember vergangenen Jahres an das schwedische Unternehmen Betsson.
Sie werden sich sicherlich erinnern, dass wir im Jahr 2010 „Vollblutinvestoren“ gesucht haben, von denen wir auch 395 gefunden haben, welche German Racing ca. 4,2 Mio. Euro zur Verfügung stellten. Besonders hervorheben möchte ich hierbei Herrn Woeste, aber auch vor allem unser Vorstandsmitglied Frau Heike Bischoff-Lafrentz, die sich hierbei mit viel Passion dem Rennsport hingaben.
Schlussendlich investierte man ca. drei Millionen in den Kauf an Anteilen der Firma Racebets und die restliche Million in den Aufbau des Offline-Buchmachers XXL Wetten. Leider war die Investition in XXL-Wetten nicht von Erfolg gekrönt. Umso erfolgreicher war unser 40 %-iges Investment in die Firma Racebets, durch das kreative und engagierte Management hat der deutsche Rennsport eine Rendite erzielt, die wahrhaftig Grund und Anlass zur Freude ist. Es ist nun unheimlich wichtig, diesen Return on Investment sinnvoll in neue gewinnbringende Strukturen zu investieren.“
Abschließend wünscht Herr Ostermann allen Teilnehmern eine tolle Woche und Hals und Bein.


TOP 2 Genehmigung des Protokolls der Mitgliederversammlung vom
29. August 2016

Das Protokoll wird einstimmig genehmigt.


TOP 3 Aussprache zum Jahresgeschäftsbericht

Herr Lars-Wilhelm Baumgarten meldet sich wie folgt zu Wort: „Der deutsche Galopprennsport steht vor einer sehr wichtigen Entscheidung und ich möchte dieses Auditorium nutzen, um noch einmal Mut zu machen für unternehmerische Entschlossenheit, für das Weggehen aus politischen Gremien hin zu unternehmerischen Entscheidungen, in einer unternehmerisch aufgestellten GmbH, in der nach unternehmerischen Beteiligungen entschieden wird. Ich glaube es ist an der Zeit, und wir haben das aus dem deutschen Fußball gelernt, dass es richtig ist, dass der deutsche Fußballbund vor 12 Jahren die deutsche Fußballliga gegründet hat und auch wir sollten dieses noch einmal sehr intensiv prüfen, wie wir aus der Struktur, in der wir im Moment sind, noch unternehmerischer mit Kapitalbeteiligungen ohne ehrenamtliche Entscheidungshoheit in unternehmerische Entscheidungshoheit kommen können. Ich glaube, der deutsche Galopprennsport steht jetzt mit diesen 12 Millionen in einer guten Lage, in eine unternehmerische Beteiligung zu investieren, einen Cashflow aus neuen unternehmerischen Beteiligungen zu erzielen, gleichzeitig in den Bereichen Medien und Vermarktung und in dem klassischen Produkt, was auf der ganzen Welt Millionen Fans hat, weiter dafür zu sorgen, dass wir aus der politischen Debatte um Rückvergütung und Strukturreform raus kommen, die auf politischer Ebene entscheiden, aber alle anderen Dinge auslagern und uns in den Sitzungen damit zu beschäftigen, neue Fans, Wetter, Besitzer und Züchter zu bekommen. Es wurde unheimlich viel ehrenamtlich gearbeitet, aber dies ist etwas anderes als in einer GmbH mit einem CEO, der gut finanziell ausgestattet ist und klare Entscheidungen im Budget trifft, zu arbeiten.Ich plädiere dafür, die Richtung des gesamten Paradigmas auf einen tipping Point zuzuführen. Dies ist der Umkipppunkt. Ein Punkt, an dem eine vorher gradlinige Entwicklung durch ein abruptes positives Signal eine andere Richtung einschlägt. Dieses ist, glaube ich, möglich mit diesem Produkt, das weltweit so viele Fans hat. Das Produkt als solches zieht Menschen, wir müssen gucken, wie kriegen wir aus diesen Menschen mehr Geld heraus für die Rennvereine, wie bekommen wir sie dazu, dass sie bei uns Kunden werden. Es ist alles nur möglich, wenn wir uns entscheiden eine neue Struktur aufzubauen, die einen Aufsichtsrat hat und aus Personen besteht, die die Geschäfte führen, und jungen kreativen Denkern, die dieses Unternehmen, dieses Start-Up nach vorne führen. Ich plädiere eindeutig dafür, eine neue unternehmerische Struktur zu schaffen.“
Herr Ostermann bedankt sich für diese Ausführungen und möchte ihn in die ein oder andere Diskussion einbeziehen.
Der Jahresgeschäftsbericht wird nach dieser Ansprache einstimmig genehmigt.



TOP 4 Ressortberichte

Herr Ostermann erteilt Herrn Krüger das Wort, welcher wie folgt berichtet: „Was macht einen Verein aus? Das sind wir alle, die Mitglieder! Daher freut es mich besonders, dass wir im vergangenen Jahr erneut die Mitgliederzahl steigern konnten. Übrigens nun das dritte Jahr in Folge. Nicht so wichtig wie die Mitglieder, aber trotzdem von Bedeutung sind natürlich auch die Finanzen des Vereins. Ich darf Ihnen den Jahresabschluss 2016 präsentieren, der, wie es die Satzung verlangt, vom Vorstand einstimmig angenommen wurde. Im Jahr 2016 haben wir einen Jahresfehlbetrag von ca. 18.000 €. Dies lag daran, dass wir etwas geringere Einnahmen bei der Verbandsabgabe hatten, sowie im Bereich Spenden höhere Ausgaben als im Vorjahr. So haben wir z. B. zusammen mit dem Trainer- und Jockeyverband einem verunglückten Jockey, nach Entscheidung des Präsidiums, 10.000 € gespendet.
2016 kamen in Deutschland 851 Fohlen zur Welt, was einen marginalen Rückgang zu 2015 bedeutet, wo wir 864 Fohlen hatten. Dies liegt aber auch daran, dass der ein oder andere Züchter sein Fohlen noch nicht beim Direktorium für Vollblutzucht und Rennen registriert hat. Umso erfreulicher ist es, dass die Zahl der aktiven Stuten in Deutschland nach Jahren des Rückgangs nun bereits im dritten Jahr konstant ist, was für uns ein Beweis ist, dass die Erhöhung der Züchterprämie von den Züchtern angenommen wurde. Auch der Anstieg der Fohlen seit Erhöhung der Züchterprämie ist hierfür ein deutlicher Beweis. Wie Sie sehen ist, auch die Zahl der Züchter konstant geblieben.
Auch ist die Verteilung des Stutenbesitzes ähnlich der der Vorjahre. Hier liegt eins der großen Geheimnisse, warum die deutsche Vollblutzucht für ihre Population im Vergleich mit Ländern wie Australien, Amerika, England, Irland oder Frankreich so erfolgreich ist. Knapp 80% unserer Züchter besitzen nur ein oder zwei Zuchtstuten.
Nach Erhöhung der Züchterprämie seit dem Jahr 2014 gab es knapp 800.000 € mehr an Züchterprämien, die an unsere so wichtigen Züchter ausgeschüttet wurden. Und wer sich die Zeit nimmt, vor allem mit unseren kleinen Züchtern zu sprechen, der weiß sehr wohl, für was sie diese zusätzliche Einnahme einsetzen: Sie reinvestieren es wieder in ihre Zucht, sei es in Form von Pensionskosten, für den Hufschmied, Tierarzt, Auktionsanmeldegebühren, Decktaxen oder vielleicht eine neue Stute. Es ist Geld, welches im Kreislauf bleibt und für alle unabdingbar ist.
Die Zahl der bezahlten Züchterprämie ist leicht rückläufig. Dies liegt leider daran, dass die Rennpreise in den vergangenen Jahren im Vergleich zum Spitzenwert 2014 leicht gesunken sind.
Der Grund hierfür ist, dass wir leider den ein oder anderen Rennveranstalter bzw. Renntage verloren haben.
Wenn wir uns die Rennpreise in diesem Jahrzehnt anschauen, sehen wir, dass das Jahr 2016 einen guten Mittelwert hat und immer noch 700.000€ über dem Jahr 2010 liegt.
In Zeiten von Fake News möchte ich Ihnen übrigens die aktuelle durchschnittliche Starterzahl in den deutschen Rennen präsentieren. Da es immer wieder von unterschiedlicher Seite heißt, dass die Zahlen, so z. B. im aktuellen Jahr, deutlich gesunken seien und wir durchschnittlich zu wenig Starter in unseren Rennen hätten. Sie sehen anhand der vergangenen vier Jahre, dass dem nicht so ist.
Auch wird gerne die Frage in den Raum geworfen, ob wir zu viele Gruppe-Rennen haben? Dieser Frage möchte ich anhand einiger Zahlen auf den Grund gehen. So gibt es in Europa 844 Black-Type-Rennen mit 7403 Startern, das macht im Schnitt 8,75 Starter pro Rennen.
Im Vergleich der führenden Rennsportnationen in Europa ist Deutschland mit 9,23 Startern im Durchschnitt pro Grupperennen führend. Die durchschnittliche Starterzahl in Deutschland liegt bei 8,56. Die Aussage einiger Personen im Rennsport, dass die Starterzahl in Grupperennen und Listenrennen geringer ist, stimmt also nicht.
Auch 2016 hatten wir im durchschnittlichen Geldpreis pro Rennen einen leichten Anstieg. Wenn Sie diese Zahl mit der Zahl von vor fünf Jahren vergleichen, sind dies fast 1.500 € mehr, die es pro Rennen für die Pferde im Rennen zu verdienen gibt.
Die schlechte Nachricht, die ich Ihnen mitgeben muss, ist, dass die Zahl der Rennpferde im Training zum Stichtag 1. April leicht rückläufig war. Diese ist zwar im Vergleich zu 2016 fast stabil, aber mit 35 Pferden weniger leicht rückläufig. Umso erfreulicher stimmt es mich, Ihnen nun diese Zahl präsentieren zu können.
So ist die Zahl der Pferde im Training zum Stichtag 1. August, wenn auch nur marginal, leicht gestiegen. Woran liegt das, es ist ganz klar die gestiegene Zahl der 2-jährigen Pferde im Training.
Warum haben wir 2017 mehr 2-jährige im Training als in den Jahren 2014, 2015 und 2016? Die Antwort auf diese Frage ist so einfach wie auch klar: Durch die Erhöhung der Züchterprämie ist die Zahl der bedeckten Stuten 2014 um mehr als 10% gestiegen, daraus resultieren mehr Fohlen 2015 und natürlich mehr Jährlinge 2016 und was passiert mit den Jährlingen des Jahrgangs 2016, sie sind dieses Jahr zweijährig und im August im vollen Trainingseinsatz.
Pendelte der Wettumsatz in den Jahren 2010-2015 in der Region zwischen 30,2 und 34,1 Mio. Euro, brach er im Vorjahr um fast weitere 3,9 Mio. Euro ein, was mehr als 10 % des Gesamtumsatzes sind. Es ist unabdingbar, dass die verantwortlichen Personen hier nun endlich das Steuerrad herumreißen. Eine kleine, aber immens wichtige Stellschraube wären hier z. B. die Abzüge, welche die Rennvereine für die Wette berechnen. Es kann und darf nicht sein, dass jeder Rennverein hier nach eigenem Gutdünken handelt und diese komplett unterschiedlich sind.
Noch schlimmer ist es an den sogenannten PMU-Renntagen, wo ich in Frankreich für meine Wette, meist eine deutlich höhere Quote erhalte als auf der Rennbahn in Deutschland. Es ist ein Paradoxum, dass ich als Besucher eines Renntages, sei es hier in Baden-Baden oder in Dortmund oder auf einer anderen Bahn gezielt in den französischen Pool wette und so mein Umsatz, trotz dass ich auf der Rennbahn bin, dem deutschen Rennsport verloren geht. Und machen wir uns nichts vor, ein Wetter denkt nicht an den deutschen Rennsport, sondern an seine Quote, die er im Siegesfall erhält.
Eine weitere Grundlage überhaupt für unseren schönen Sport ist ein sauberer und dopingfreier Rennsport. Wir hatten zwar kein dopingfreies Jahr, aber auch im vergangenen Jahr nur drei Vorfälle, welche alle drei auf falscher Medikamentengabe beruhen. Pro Renntag wurden 2,8 Proben und alle 2,7 Rennen eine Probe entnommen. Somit sind wir auch im Vergleich zu den Vorjahren in der Anzahl der Untersuchungen auf gleichem Niveau.

Den Rückblick über unsere vergangenen Veranstaltungen beginnen wir mit dem letzten September und enden im August 2017. So veranstaltete die Besitzervereinigung gemeinsam mit der Mitteldeutschen BV und dem Gestüt Graditz das zweite Graditzer Züchtermeeting. Zu unserem Bedauern gibt es in diesem Jahr keine Folgeveranstaltung, dafür gibt es eine kleinere Veranstaltung im Rahmen des Leipziger Jubiläumsrenntages.
Eine tolle Veranstaltung war unser dritter Vollblut-Experten Tag im vergangenen Jahr in Hannover, an dem knapp 300 vollblutinteressierte Mitglieder, aber auch Freunde des Sports teilnahmen und fünf interessanten Themen lauschen konnten.
Auch in diesem Jahr empfehlen wir Ihnen eine frühzeitige Anmeldung. Die drei vergangenen Vollblut-Experten Tage und auch der diesjährige wären ohne die großzügige Unterstützung der Familie Baum nicht möglich. Dies fängt damit an, dass Herr Baum allen Teilnehmern des Experten Tages die Hotelzimmer kostengünstig zur Verfügung stellt, hin über die komplette Tagungstechnik, die Übernahme der Hotelkosten der Referenten und zum Abschluss ein tolles gemeinsames Grillfest, zu dem alle Teilnehmer des Tages eingeladen sind und in einer geselligen Runde beisammensitzen. Hier wird Rennsport wahrhaftig gelebt und auf diesem Wege nochmal unseren herzlichsten Dank an Gregor Baum und seine Frau.
Einen Tag nach dem Vollblut-Experten Tag findet der allseits beliebte Renntag der Gestüte statt, der mit nicht weniger als drei Black-Type-Rennen zu den besten der Saison gehört. Im vergangenen Jahr unterstützten uns das Gestüt Fährhof, das Gestüt Röttgen, das Gestüt Görlsdorf, das Gestüt Auenquelle, Herr Dr. Oschmann, die Transporteure Harzheim, Schmidt, Johannsmann, die BBAG, Frau Leve-Ostermann, das Gestüt Wittekindshof, das Gestüt Etzean, Herr Buhmann und Herr Dr. Wiesner. Ihnen allen gilt mein Dank, denn ohne Sie wäre dieser Renntag nicht möglich.
Zusammen mit Herrn Dr. Jacobs von Baden Racing veranstaltet die Besitzervereinigung jedes Jahr im feierlichen Ambiente des Casinos die Ehrung für unsere Champions. Alle unsere Mitglieder erhalten für diesen großartigen feierlichen Abend eine Einladung und in diesem Jahr waren wir bereits Wochen vor der Veranstaltung ausgebucht.
Im Rahmen des diesjährigen Derbymeetings veranstalteten wir dieses Jahr erstmals alleine den Dämmertörn auf der Alster. Obwohl es an diesem Freitagabend deutlich mehr Wasser von oben als aus der Alster von unten gab, hatten über 50 Mitglieder und Freunde der Besitzervereinigung einen vergnüglichen Abend und konnten über das vergangene Derby philosophieren und über das kommende Derby diskutieren.
Am 5. August organisierten wir den bereits achten deutschen Renntag in Newmarket. Zusammen mit der BBAG, den Gestüten Brümmerhof, Etzean, Fährhof, Röttgen, Wittekindshof und Baden Racing bewirteten wir mehr als 300 internationale Gäste hauptsächlich aus England und Irland. Diesen Tag nutzen wir, um auf den unterschiedlichsten Ebenen auf den deutschen Rennsport aufmerksam zu machen.
Die letzte Veranstaltung im abgelaufenen Berichtszeitraum war das am vergangenen Freitag vom Gestüt Ohlerweiherhof veranstaltete Grillfest, wo auch alle unsere Mitglieder eingeladen waren. Es war ein schönes Beisammensein mit Gestütsbesichtigung und Präsentation der Jährlinge.
Im vergangenen Jahr haben Sie hier in diesen Räumlichkeiten der Satzungsänderung zugestimmt, mit der wir die Junge Besitzervereinigung ins Leben gerufen haben. Und im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen im Rennsport haben wir Wort gehalten und so hat die Junge Besitzervereinigung am 23. Oktober 2017 in den Räumlichkeiten der BBAG ihre konstituierende Versammlung gehabt. Neben Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlung hat sich unser Nachwuchs für dieses Jahr zwei Ziele gesetzt. So fuhr man gemeinsam im August im Rahmen des deutschen Renntages nach Newmarket, wo man sich intensiv über den englischen Rennsport informierte. Besichtigungen von Rennställen, Gestüten, den Galopps in und um Newmarket sowie der englischen Jockeyschule und zweier Renntage waren nur ein Teil des Programmes. Höhepunkt war sicherlich der Besuch beim Spitzenrennpferd Frankel.
Das zweite Ziel ist die Ausrichtung eines Wochenendes, welches sich rund um die Lehrlinge und Azubis des deutschen Rennsports dreht. Diese werden für drei Tage nach Köln eingeladen. Ziel ist es, die Gemeinschaft zu stärken und einen Bezug zur Vollblutbranche herzustellen, um ausgelernte Kräfte nachhaltig an den Rennsport zu binden.
Ich möchte Sie noch über zwei Dinge im Bereich Social Media informieren. Bereits seit vergangenem Jahr gibt es auf der German Racing Webseite den sogenannten Handicapper Blog, in dem Chefhandicapper Harald Siemen auf Aktuelles, aber auch Historisches zum Thema Handicap auf sehr kurzweilige und informative Weise eingeht.
Über unseren Facebook-Kanal erreichten die von uns produzierten und eingestellten Videos zur Championatsehrung und die Serie Kaffee oder Tee schon bis Ende August weit über 115.000 Nutzer.

Herr Ostermann dankt Herrn Krüger für die Präsentation und lobt das unermüdliche Engagement von Herrn Krüger und Frau Bernecker, die als 1,5-köpfiges Team das gesamte Spektrum der Leistungen der Besitzervereinigung erbringen.


TOP 5 Entlastung von Präsidium und Vorstand

Herr Ostermann erteilt Herrn Rolf Leisten das Wort. Herr Rolf Leisten lobt das Engagement der Besitzervereinigung und dankt dem Vorstand und dem Präsidium für die ehrenamtliche Arbeit. Er bittet die Mitglieder um Entlastung von Präsidium und Vorstand für das Geschäftsjahr 2016. Die Entlastung erfolgt einstimmig, bei Stimmenthaltung des Präsidiums und des Vorstandes.
Herr Ostermann dankt Herrn Leisten für seine Worte und der Versammlung für das Votum.



TOP 6 Nachwahl des Vorstandes

Herr Ostermann erklärt, dass Herr Gollmann nicht mehr automatisch im Vorstand ist, da sein Amt des Präsidenten der Norddeutschen Besitzervereinigung an Herrn Seeber gegangen ist und somit wieder ein Platz frei ist, den man mit dem langjährigen Vorstandskollegen Herrn Peter Gollmann wiederbesetzen möchte. Herr Ostermann fragt, ob es weitere Vorschläge gibt. Dies ist nicht der Fall. Herr Ostermann bittet um das Votum der Mitglieder. Herr Gollmann wird bei einer Enthaltung gewählt.




TOP 7 Festsetzung des Vereinsbeitrages für das kommende Geschäftsjahr

Herr Ostermann erklärt, dass der Vorstand empfiehlt, den Vereinsbeitrag auf demselben Niveau zu belassen. Dies wird von der Mitgliederversammlung einstimmig genehmigt.


TOP 8 Wahl des Wirtschaftsprüfers

Herr Krüger teilt mit, dass der Vorstand vorschlägt, wie bisher die Firma Hans M. Klein + Partner zu wählen. Der Vorschlag wird von der Mitgliederversammlung einstimmig befürwortet.


TOP 9 Behandlung von Anträgen

Herr Ostermann teilt mit, dass zwei Anträge vorliegen und bittet den ersten Antragssteller Herrn Dr. Gerhard Moser ans Mikrofon. Dieser bittet darum, von Seiten der Besitzervereinigung eine Verhandlung mit den französischen Kollegen zu führen über eine Transportkostenbeihilfe der Franzosen für deutsche Pferde, die in Frankreich starten. Es gehen jährlich 2500 deutsche Pferde in Frankreich an den Start und so fördere man auch den französischen Rennsport. Man zahle als Besitzer viel in die französischen Kassen. Die Franzosen lernen so auch die deutschen Pferde kennen und wetten diese dann auch, wenn sie in Deutschland laufen. Er bittet die Mitglieder und auch den Vorstand um Meinungen zu diesem Thema.
Herr Ostermann erteilt Herrn Tiedtke das Wort, der das Engagement von Herrn Dr. Moser im Rennsport sehr schätzt und er wisse, dass die Starts in Frankreich wichtig sind, da sie zur Finanzierung der Trainingsbetriebe beitragen. Als Rennvereinspräsident müsse er jedoch sagen, dass die Pferde, die in Frankreich laufen, den deutschen Veranstaltern fehlten. Es sei vollkommen legitim, dass Pferde dort starten, wo es das Meiste zu gewinnen gibt, dass jedoch das Direktorium, wo die Rennvereine zu 50% Mitglied sind, nun den Weg der Pferde nach Frankreich noch erleichtern soll, lehne er persönlich ab.
Herr Baum meldet sich zu Wort, dass er es von der Besitzerseite her verstehe, in Frankreich zu starten, dass er aber auch aus Rennvereinssicht froh um jeden Starter in Deutschland sei.
Herr Dr. Moser bittet darum, also im Gegenzug bessere Startmöglichkeiten mit höheren Rennpreisen in Deutschland zu organisieren.
Herr Ostermann führt aus, dass die Besitzervereinigung sich sehr intensiv um die deutschen Belange und die Verbesserung der Möglichkeiten in Deutschland kümmern kann. Er zeigt Herrn Dr. Moser auf, dass er, da er in Deutschland züchtet, auf einen ganz großen Benefit der deutschen Züchterprämie verzichtet.
Herr Dr. Moser berichtet, dass er in Deutschland oft keine passenden Rennen für seine Pferde findet und bittet das Auditorium um weitere Meinungen.
Frau Spratter zeigt auf, dass, wenn es eine Transportkostenbeihilfe aus Frankreich gäbe, man den Trainingsstandort München schließen könne, da dann alle nach Iffezheim gehen würden um von dort schneller in Frankreich zu sein.
Herr Ostermann bittet um Abstimmung, ob sich der Vorstand der Besitzervereinigung um eine Transportkostenbeihilfe aus Frankreich bemühen soll. Vier Mitglieder stimmen dafür, alle anderen dagegen. Herr Ostermann dankt für das Engagement.

Herr Ostermann bittet Herrn Rotacker für den von ihm gestellten Antrag ans Mikrofon. Herr Rotacker berichtet von seiner ersten Zuchtstute mit Fohlen, bei dem er dann bei der Namensgebung festgestellt hat, dass er dem Fohlen nicht den Namen geben kann, den er im Kopf hatte. Dies war sein Kindheitstraum. Herr Ostermann fasst die Ausführung dahingegen zusammen, dass es in der Rennordnung die Regelung gibt, dass der Name des Fohlens mit dem Anfangsbuchstaben des Namens der Mutter beginnen muss und Herr Rotacker für eine freie Namenswahl plädiert. Anschließend erteilt er Herrn Rolf Leisten das Wort und dieser erläutert als Leiter der Zuchtkommission, dass die deutsche Vollblutzucht, als eine der wenigen Vollblutzuchten der Welt diese Regelung seit mehr als 150 Jahren praktiziert und es hat sich herausgestellt, dass dies ein außerordentlich wichtiges Ordnungskriterium ist. Herr Leisten berichtet von alten erfolgreichen Zuchtlinien, die man eben an diesem Anfangsbuchstaben erkennt. Er führt weiter aus, dass Deutschland für dieses Kriterium international beneidet wird, und bittet darum, dies beizubehalten.
Herr Rotacker bringt ein, dass bei einer geänderten Regelung ja trotzdem jeder seiner Tradition treu bleiben kann. Herr Tiedtke berichtet, dass gerade diese Tradition ungemein bei der Vermarktung hilft, und er gibt das Beispiel, dass ein renommiertes englisches Gestüt dieses Kriterium übernommen hat. Es ist ein kostenloser unschätzbarer Marketingvorteil, wenn es um den Verkauf der Pferde geht. Herr Tiedtke führt auch aus, wie es, wenn die Namensgebung freigegeben wäre, ganz leicht zu Täuschungen und Betrug kommen könnte. Er rät dringend dazu, keine Änderung vorzunehmen. Herr Ostermann bittet um Äußerungen aus dem Vorstand.
Herr Baum ist auch der Meinung, dass es ein wichtiger Marktvorteil ist, den man sich über Jahre erkämpft hat. Herr Gollmann drückt Herrn Rotacker sein größtes Verständnis aus und freut sich, dass dieser als neuer Züchter zu uns gekommen ist. Er führt weiter aus, dass Herr Rotacker eigentlich nur einen kleinen Fehler gemacht hat, indem er nicht alle Paragraphen der Rennordnung genau gelesen hat, auch dafür äußert Herr Gollmann sein vollstes Verständnis. Er heißt ihn herzlich willkommen in der Gesellschaft der Züchter und Besitzer und führt weiter aus, dass er es für notwendig hält, bei dieser alten Regelung zu bleiben. Herr Ostermann wendet sich noch an Herrn Rotacker und gibt ihm mit, dass es entscheidend ist, dass das Pferd schnell läuft, egal mit welchem Anfangsbuchstaben. Herr Ostermann bittet um Abstimmung. Zwei Mitglieder möchten dem Antrag von Herrn Rotacker folgen, die restlichen Mitglieder sind dagegen.


TOP 10 Allgemeine Aussprache

Herr Leisten meldet sich zu Wort und führt aus, dass es natürlich dramatisch sei, wenn es saisonal bedingt auch mal wenige Starter in Grupperennen gebe.
Es entsteht eine Diskussion zu Starterzahlen in Grupperennen in Deutschland
Herr Ostermann fasst zusammen, dass es für uns alle eine Chance sein sollte, in Grupperennen Geld zu verdienen, und es ist auch eine Chance das Leistungsniveau seines Zuchtprogrammes zu verbessern.

Weitere Wortmeldungen lagen nicht vor.
Herr Ostermann dankt auch im Namen des Vorstandes allen Anwesenden für die Teilnahme, wünscht noch eine erfolgreiche Woche und schließt die Versammlung.


Baden-Baden, 28. August 2017


f.d.R.


(Daniel Krüger)
 
 
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