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Protokoll der Jahreshaupt- und Mitgliederversammlung 2018 ( 10.01.2019 )
 
Protokoll der Jahreshaupt- und Mitgliederversammlung vom 27. August 2018
 
TOP 1 Begrüßung durch den Präsidenten

Herr Ostermann begrüßt die Versammlung, insbesondere Herrn Dr. Michael Vesper, den Präsidenten des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen, und die Herren Dr. Jacobs und von Schubert als Gesellschafter von Baden Racing. Herr Ostermann bittet Herrn Dr. Jacobs als Präsident von Baden Racing ans Mikrofon.

Auch Herr Dr. Jacobs begrüßt alle Anwesenden: „Der Rennsport ist in einer besorgniserregenden Verfassung. Wir hatten gedacht, vor 20 Jahren ist die Talsohle erreicht gewesen, aber wir sind wohl jetzt erst dort angekommen. Es gibt viele Hoffnungsschimmer, aber auch noch viele negative Kriterien und Kennzahlen. Wir müssen jetzt hart arbeiten, um durch die Kurve zu kommen. Wenn ich persönlich als Direktoriumsmitglied sagen darf, mich bedrückt, dass wir bisher kein Konzept haben zur Beflügelung der Off-track-Wetten. Wir wissen, wir leben von den On-track-Wetten, diese laufen auch gut, sie steigen auch wieder.
Aber ich möchte nicht lamentieren und jammern, es ist wichtig, wenn wir Morgen erleben wollen, dass wir heute handeln. Es ist wichtig, dass Sie die Gremien auffordern zu mehr Tatendrang, zu mehr Entscheidungsfreude, mehr Umsetzungsbereitschaft. Wir müssen Prioritäten setzen. Wir können nicht das umsetzen, was im Rennsport 1970, 1980 erlebt wurde. Lassen Sie uns nach Morgen und nicht nach Gestern schauen.
Ein paar Zahlen zu Baden Racing: 2017 und 2018 konnten wir die Besucherzahlen steigern, wir sind stolz darauf, das war schwierig. Das heißt auch, dass wir unsere On-Track Umsätze steigern konnten auf 2017 durchschnittlich 56.000 € pro Rennen. Im Moment liegen wir in der Großen Woche bei 60.000 € pro Rennen, das unterstreicht die Bedeutung von Baden-Baden, wenn die 60.000 € etwa 40.000 € mehr sind als der Durchschnitt in Deutschland, dann ist es für uns alle enorm wichtig, dass diese Pferde in Baden laufen. Das Gute ist, dass das Rennpreisniveau erhalten werden konnte. Ich bin der Besitzervereinigung sehr sehr dankbar, dass sie uns Gelder zur Verfügung gestellt hat, die wir ausschließlich in Rennpreise gestellt haben. In Baden-Baden schütten wir über 22.000€ pro Rennen aus, in Deutschland 10.000 € pro Rennen.“ Dr. Jacobs dankt den Mitgliedern für ihre Anwesenheit und schließt seine Rede.

Herr Ostermann bedankt sich bei Herrn Dr. Jacobs und bittet den neuen Präsidenten des Direktoriums, Herrn Dr. Michael Vesper, ans Mikrofon. Herr Dr. Vesper begrüßt alle Anwesenden: „Es ist eine neue Ehre, das erste Mal bei der Versammlung der Besitzervereinigung dabei sein zu dürfen. Es ist ein Teil meines Lernprogramms, das ich seit 165 Tagen durchmache. Ich weiß, dass ich in große Schuhe von Albrecht Woeste getreten bin, aber ich möchte mich ganz ausdrücklich bei allen bedanken, wie leicht Sie es mir machen und wie sehr Sie mich in den Einzelheiten dieses Sports unterrichten. Ich fühle mich mittlerweile zu Hause und es macht einfach Spaß und ich bin mit Leib und Seele dabei. Ich möchte natürlich Manfred Ostermann und all seinen Mitstreitern danken für den unermüdlichen Einsatz, den sie zeigen, für die Besitzer, für die Züchter und alle anderen am Rennsport Beteiligten. Wenn ich hier in die Runde schaue und wenn ich meine Gespräche der letzten Wochen und Monate Revue passieren lasse, dann erlebe ich immer wieder, dass fast alle von Ihnen mehrere Hüte auf den Köpfen tragen. Nicht nur Züchter, nicht nur Besitzer, auch Mitglieder des Präsidiums eines Rennvereins, sodass das fehlende Wir-Gefühl eigentlich überraschend ist, weil doch fast alle mehrere Funktionen in diesem schönen Sportbereich haben und von daher sollte es doch möglich sein, dieses Wir-Gefühl, das ich für essentiell halte, jetzt zu verstärken. Es geht nicht darum zu jammern, zu klagen, sondern es geht darum, die Chancen zu ergreifen, die in jeder Krise stecken. Dazu will ich gerne mit meinen Erfahrungen beitragen und brauche dafür Ihre Unterstützung. Auch eine große Strukturreform lässt sich nur dann umsetzen, wenn sie in kleinen Schritten konkretisiert wird. Das Thema werden wir gemeinsam angehen. Auch müssen wir schauen, dass dieses Flaggschiff Baden-Baden gerettet wird.“

Herr Ostermann dankt Herrn Dr. Vesper und betont, dass man nun schon einige Monate zusammen konstruktiv arbeitet und er mit ihm zusammen sehr optimistisch in die Zukunft blickt.
Herr Ostermann gedenkt folgender verstorbener Mitglieder:

• Herr Dieter Kaufmann
• Herr Günter Merkel
• Frau Irmgard Münten

Herr Ostermann gibt bekannt, dass 68 stimmberechtigte Mitglieder anwesend sind und die Versammlung somit vollumfänglich beschlussfähig ist.

Herr Ostermann erläutert, dass alle Mitglieder mit den Unterlagen für die heutige Sitzung den Jahresbericht des Direktoriums, sowie den Geschäftsbericht unseres Vorstandes erhalten haben. Letzterer sei so sorgfältig und detailliert verfasst, dass die Lektüre tatsächlich einen weitgehenden Überblick über das abgelaufene Geschäftsjahr ermöglicht. Herr Ostermann verweist ausdrücklich auf diesen Geschäftsbericht, aus dem er einige Punkte besonders herausheben will: “Zur Gegenwart: Wo stehen wir mit unserer kleinen, feinen Zucht? Wie verkraftet sie den seit vielen Jahren stattfindenden Abverkauf bester Renn- und Zuchtpferde ins Ausland, dem ein geringer Zukauf hochklassiger Pferde gegenübersteht? Ich denke, es sieht recht gut aus, vielleicht erstaunlich gut. Zwar haben wir derzeit keinen Weltchampion wie vor einigen Jahren Manduro oder Scirocco, aber so etwas kann man von einem Stutenbestand, der nicht einmal ein Prozent des weltweiten Bestandes ausmacht, auch nicht jedes Jahr erwarten. Aber heute haben wir Pakistan Star, den unser Mitglied Hans-Hugo Miebach in seinem Gestüt Wittekindshof gezogen hat. Nach erst 15 Starts ist er mit 3,7 Mio. Euro das gewinnreichste je in Deutschland gezogene Rennpferd. Wir können mit Waldgeist eines der besten Mitteldistanzpferde Europas vorweisen und eines der Beispiele dafür, welchen internationalen Einfluss unsere Blutlinien haben. So stammt die aktuelle 1000 Guineas-Siegerin Billesdon Brook von der Röttgenerin Anna Paola ab.
Ich denke, das sind Beispiele, die aufzeigen, welche Leistungsfähigkeit unsere Zucht hat, grade auf bestimmten Distanzen oberhalb von 1600 Metern, aber man muss auch sehr selbstkritisch sagen, das Ergebnis der Goldenen Peitsche bringt einen doch ins Nachdenken.
Die Schere zwischen der Qualität unserer Zucht und der finanziellen Gesundheit unseres Sports, hat sich gegenüber den letzten Jahren noch etwas weiter geöffnet. Neben dem wirtschaftlichen Mangel sind teilweise noch andere Probleme hinzugetreten. So hat die Stadt Frankfurt die für uns so wichtige Rennbahn in Niederrad vernichtet. In Neuss ist es ein ständiger Kampf mit der Gemeinde. In Bad Doberan waren es anscheinend persönliche Querelen, die zumindest in diesem Jahr kurzfristig zur Absage des symbolträchtigen Ostsee-Meetings führten.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch sehr positive Entwicklungen, so in Magdeburg, wo die Rennbahn sich heute wie ein Schmuckkästchen präsentiert. Geradezu gewaltig ist, was in Halle geschieht. Dort wird nach sechsjähriger Unterbrechung auf Grund der Flutkatastrophe im nächsten Jahr der Rennbetrieb wieder aufgenommen. Bis dahin sollen, wie es heißt, 11 Mio. Euro in die Anlage geflossen sein. Ganz besonders hervorzuheben ist die Entwicklung der Rennbahn in Mülheim-Ruhr unter dem Vorsitz des langjährigen Präsidenten der Besitzervereinigung, Dieter Ellerbracke. Aus der Not heraus und, um die Katastrophe zu verhindern, hat sich dort nach Art des „Großen Bellheim“ eine starke Gruppe reiferer Herren mit unternehmerischer Erfahrung und schwungvollem Engagement gebildet, die den Konsens mit der Stadt gefunden haben und die Rennbahn auf Vordermann bringen, dass es eine Freude ist.
Bad Harzburg hat ein weiteres Mal bewiesen, wieviel Schwung gut geführte Rennvereine auch heute entwickeln können. Diese Rennbahn befindet sich verdientermaßen auf dem Höhepunkt ihrer Beliebtheit, was sich auch in hervorragenden Wettumsätzen niederschlug. Das gilt auch für Mannheim, wo in diesem Jahr, ebenso wie in Hoppegarten, das 150-jährige Bestehen gefeiert wurde bzw. wird. In Hoppegarten stellte sich beinahe wie ein Geschenk zum Jubiläum die Mitteilung des Bundes ein, dass der Haushaltsausschuss 4,25 Mio. Euro aus dem Denkmalschutz-Etat für die Anlage vorgesehen hat, sofern der Eigentümer u.a. mit dem Land Brandenburg noch einmal dieselbe Summe aufbringen kann.
Es braucht uns also kein Rennverein zu erzählen, dass so gar nichts zu erreichen ist. Mit diesen erfreulichen Entwicklungen kontrastieren Beispiele von Rennvereinen, bei denen es bezüglich Ideen und Dynamik weit weniger gut bestellt ist. Ich bin optimistischer als meine Kollegen, ich glaube wir haben Voraussetzungen mit unseren Fonds und unseren Erlösen aus dem Racebets Verkauf, dass wir doch positiv in die Zukunft schauen können, allerdings müssen wir für diese Zukunft auch einiges tun.
Die Rennvereine veranstalten für uns Besitzer die Rennen. Die Lage der Rennvereine hat sich, besonders im Zuge des massiven Umsatzrückgangs in den letzten 20 Jahren, nicht gerade verbessert. Viele Dinge gehen einen kritischen Weg, von uns muss an der ein oder anderen Stelle eingegriffen werden. Insbesondere wenn die Gefahr besteht, dass unser Rennprogramm mit den tragenden Rennen ausgehöhlt wird. Tragende Rennen sind für uns alle als Präsidium und als Besitzer und Züchter, besonders die Listen- und die Grupperennen, wenn diese Highlights unseren Pferden nicht mehr zur Verfügung stehen, werden wir auf kurz oder lang, den Status erreichen, den der Trabrennsport hat, den eines Amateurrennsports und nicht eines Profi-Rennsports.
Hier war und ist es unerlässlich, in diesen Themenbereichen mitzugestalten. Das kann nicht durch Druck seitens des Direktoriums geschehen, denn das würde zu einer Gegenreaktion unserer Rennvereine führen. Das möchten wir auch nicht. Die Aufrechterhaltung des notwendigen Programms an Rennen – dazu gehören auch alle Winterrennen - kann nur durch gezielte Zuschüsse im Augenblick gelingen und in dieser Hinsicht hat unsere Vereinigung schon seit vielen Jahren zunehmend Einfluss auf die Verwendung der beim Direktorium geführten Fonds genommen. Im März hat die Mitgliederversammlung des Direktoriums auf unseren Wunsch eine Erhöhung der Abgaben von der Gewinnsumme an Rennpreisen um einen Prozentpunkt beschlossen. Das hat den Spielraum für die notwendigen Einflussnahmen vergrößert, so dass wir für dieses Jahr alles ausbalancieren konnten. Vorstand und Geschäftsführung versichern Ihnen, dass das Geld ausschließlich zurück in den Rennsport fließt.
Im Übrigen setzen wir alles daran, um diese Bezuschussungen in Zukunft wieder reduzieren oder zurückführen zu können. Dazu gehört in allererster Linie der Kampf des Direktoriums um die blockierte Rückvergütung der Rennwettsteuer. Hier liegen Millionen auf Eis, denn diese Rückvergütung wurde bereits im Sommer 2012 in das Rennwett- und Lotteriegesetz aufgenommen. Es sind nun schon sechs Jahre, dass die Finanzverwaltung nicht in der Lage ist, diese Rückvergütung ordnungsgemäß zu organisieren und durchzuführen. Seit dem Sommer 2012 sollen die Rennvereine auch die Steuerrückvergütung nicht nur in Bezug auf ihre eigenen Umsätze, sondern auch aus den von den Buchmachern abgeführten Wettsteuern auf deutsche Rennen 96 Prozent bekommen. Die Buchmacher, auch die Offshore-/Internet-Buchmacher entrichten diese Steuer auch. Die Finanzverwaltung hat es bisher aber nicht einmal ungefähr geschafft, die entsprechenden Beträge zu ermitteln, denn es fließt alles in einen großen Topf, zusammen mit der Steuer auf Sportwetten. Man fühlt sich in dieser Sache nicht gut behandelt von der politischen Seite oder von der Finanzverwaltungsseite. Geltendes Recht wird von den Behörden ignoriert und wir können sehen, wo wir bleiben. Die EU ist ebenfalls teilweise involviert, hilft uns aber auch nicht richtig. Unser neuer Präsident, ein außerordentlich erfahrener Berufspolitiker, arbeitet an dieser verzwickten Sache mit höchster Priorität. Es muss von uns allen versucht werden, für die Zukunft eine praktikable Regelung zu erreichen.

Ein anderes wichtiges Problem, das seit Jahren besteht und immer größer wird, müssen die Rennvereine mit sich selber ausmachen: Sie schwächen seit Jahren die Totalisatorwette auf deutsche Rennen, indem sie zulassen, dass bei allen auch von PMU genutzten Rennen – das sind fast 30 Prozent der Rennen – ein deutscher und ein französischer Totalisator parallel, aber mit völlig unterschiedlichen Quoten laufen. Das ist für die Refinanzierung unserer Rennvereine ein Manko.
Damit komme ich zum Schluss meiner einleitenden Ausführungen, die aber nicht ohne den Hinweis darauf enden sollen, dass in unserer Vereinigung im kommenden Jahr Wahlen anstehen. Ich möchte in der Zwischenzeit jeden, der dafür in Frage kommt, auffordern, aktiv mitzuarbeiten. Wir freuen uns über aktiv tätige Mitglieder, die auch Verantwortung übernehmen mögen.“


TOP 2 Genehmigung des Protokolls der Mitgliederversammlung vom
29. August 2016

Das Protokoll wird einstimmig genehmigt.


TOP 3 Jahresgeschäftsbericht

Herr Ostermann erteilt Herrn Krüger das Wort, welcher wie folgt berichtet: „Nach drei Jahren Anstieg der Mitgliederzahl in Folge haben wir im Augenblick mit 581 Mitgliedern sechs Mitglieder weniger als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt. Nicht so wichtig wie die Mitglieder, aber trotzdem von Bedeutung sind natürlich auch die Finanzen des Vereins. Im Jahr 2017 haben wir einen Jahresfehlbetrag von knapp 68.000 €. Der ein oder andere wird sich nun fragen, warum unser Verlust im vergangenen Geschäftsjahr deutlich höher war als im Jahr zuvor. Dies lag vor allem daran, dass wir 2017 mehrere Rennvereine massiv finanziell unterstützt haben. Wie es die Satzung verlangt, wurde der Jahresabschluss von unserem Vorstand verabschiedet. Da die Besitzervereinigung gemeinnützig ist, wird so ein Verlust von unserem Steuerberater positiv gesehen, weil wir die Gemeinnützigkeit auch erhalten wollen und wir sind nicht dafür da, Geld anzusammeln.
Nun zu den Kernzahlen des deutschen Rennsports:
2017 kamen in Deutschland 854 Fohlen zur Welt, damit blieb die Zahl auf einem gleichen Niveau. Sie sehen wie wichtig es ist, dass regelmäßig neue Deckhengste aufgestellt werden, um den Kreislauf in Schwung zu halten. Ich kann jeden Hengsthalter nur dazu animieren, auch im neuen Jahr den ein oder anderen neuen Deckhengst aufzustellen.
Auch ist die Verteilung des Stutenbesitzes ähnlich der der Vorjahre. Hier liegt in meinen Augen eins der großen Geheimnisse, warum die deutsche Vollblutzucht für ihre Population im Vergleich mit Ländern wie Australien, Amerika, England, Irland oder Frankreich so erfolgreich ist. Knapp 80% unserer Züchter besitzen nur eine oder zwei Zuchtstuten. Nur 11% der aktiven Züchter besitzen mehr als fünf Stuten.
Die Rennpreise sind im vergangenen Jahr leider um knapp 250.000 € gesunken, was auch an der geringeren Anzahl an ausgeschriebenen Rennen und Renntage lag.
Analog des Rückgangs der Rennpreise ist die ausgeschüttete Züchterprämie leicht rückläufig. Es ist mir unheimlich wichtig, hier in dieser Runde, vor allem weil wir auch Vertreter von Rennvereinen zu Besuch haben, eines deutlich klar zu machen: Die Erhöhung der Züchterprämie wurde bis zum heutigen Tag allein durch den Zuchtfonds finanziert. Mein besonderer Dank geht vor allem an Herrn Leisten, der seit vielen Jahren den Zuchtfonds verwaltet und zusammen mit der Zuchtkommission ein eiserner Kämpfer für die Züchterprämie ist.
2017 kamen 2125 Pferde an den Start davon 235 Zweijährige.
Eine Säule der Refinanzierung der Rennveranstaltungen für die Rennvereine ist der Wettumsatz, welcher im letzten Jahr leider erneut rückläufig war. Dies hat unterschiedliche Gründe: Warum soll ein Wetter auf einen Favoriten mit der Quote 20:10 100 Euro auf Sieg spielen, wenn er in Frankreich für das gleiche Pferd 240 Euro bekommt. Es ist eine der Kernaufgaben der Rennvereine da eine Lösung zu finden, dies an PMU-Renntagen zu vereinheitlichen, aber auch an anderen Renntagen Quoten anzubieten, die im internationalen Vergleich attraktiv sind.
Immer wieder wird die Frage gestellt, was die Besitzervereinigung, German Tote oder das Direktorium für den Rennsport, für die Rennvereine tut. Ich möchte Ihnen hier ein paar Zahlen der letzten 4 Jahre zeigen. In den Jahren 2015, 2016, 2017, 2018 bekamen die Rennvereine folgende Zuschüsse:
• Zuschuss zu Grupperennen 1.655.000 €
• Zuschuss zu Winterrennen 942.895 €
• Zuschuss Bildproduktion 3.120.000 €
• Zuschuss Totalisator 4.800.000 €
• Zuschuss Rennpreise PMU 9.081.177 €
• Wegfall der Besitzerprämie 1.400.000 €

Über 20 Mio. Euro in 4 Jahren. Dies sind nur die letzten 4 Jahre und eine Auswahl unserer Unterstützungen.
Zum letzten ernsten Thema des Tages, die Dopingstatistik des letzten Jahres. Leider hatten wir letztes Jahr zwei positive Fälle, beide aber durch falsche Medikamentengabe. Ansonsten ist es uns wichtig, dass die Anzahl der Proben weiterhin stabil ist und wir unseren Sportlern und Teilnehmern, sei es Besitzer, Trainer, Züchter, Besucher oder Wetter einen sauberen Rennsport anbieten. Positiv ist auch, dass auch im Jahr 2018 die Zahl der Pre-Race Kontrollen deutlich gestiegen ist.

Nun aber wie versprochen zum erfreulicheren Teil – unserem Vereinsleben.
Auch das Jahr 2017 zeichnete sich durch eine Unmenge an Veranstaltungen aus, sei es in den Regionalverbänden, der Jungen Besitzervereinigung oder von der gesamtdeutschen Besitzervereinigung organisiert.
Unsere wichtigste Veranstaltung im vergangenen Jahr war der Vollblut-Experten Tag. Ich möchte mich bei meinem kongenialen Grillpartner Gregor Baum und seiner Frau bedanken, ohne die dieser Tag nicht möglich wäre. Wer hätte gedacht, dass wir in diesem Jahr mit dem 5. Vollblut-Experten Tag schon ein kleines Jubiläum feiern.
Bereits einen Tag nach dem Vollblut-Experten Tag steigt wieder der Renntag der Gestüte. Ein Gruppe III Rennen, zwei Listenrennen und ein Ausgleich I und weitere spannende Rennen warten auf die Besucher. Dieser Tag wäre ohne unsere Sponsoren und Freunde nicht möglich. Daher ein besonderer Dank an die Gestüte Brümmerhof, Ebbesloh, Etzean, Evershorst, Fährhof, Görlsdorf, Ittlingen, Ohlerweiherhof, Park Wiedingen, Riepegrund, Röttgen, Schlenderhan, Zoppenbroich, sowie die BBAG und Herrn Klaus Wilhelm, die uns im letzten Jahr unterstützten.
Und auch für 2018 kann ich nur sagen, wir brauchen wieder jede Unterstützung, um diesen Tag veranstalten zu können, also sprechen Sie uns bitte an.
Im letzten Jahr veranstaltete die Besitzervereinigung erstmalig ein Seminar für Auszubildende im Rennsport. Ein umfassender Überblick wurde den Teilnehmern vermittelt - über die Rennsportgeschichte, die verschiedenen Job-Möglichkeiten und Fortbildungschancen an Rennstall und Gestüt, in der Verwaltung oder als Funktionär. Außerdem gab es einen Besuch des Stalles Asterblüte und des Gestüts Röttgen. Der Großteil der Azubis kam von Gestüten wie Ammerland, Fährhof, Sommerberg oder Erftmühle, es waren aber auch Rennställe und ein Rennverein vertreten. Es freut mich ganz arg, dass die junge Besitzervereinigung diesen Tag dieses Jahr veranstaltet.
Erstmals hat sich die 1994 gegründete Vereinigung der Europäischen Vollblutzüchter, EFTBA (European Federation of Thoroughbred Breeders Associations) mit Sitz in Paris zu ihrem Frühjahrestreffen außerhalb von Frankreich versammelt – und zwar auf Einladung der Besitzervereinigung erstmals in Deutschland im schönen Köln. Zu dem von uns organisierten Rahmenprogramm gehörten Besichtigungen der Gestüte Röttgen und Schlenderhan sowie ein Besuch des klassischen Renntags in Weidenpesch mit dem Mehl-Mülhens-Rennen German 2000 Guineas als Höhepunkt.

Auch in diesem Jahr veranstaltete die Besitzervereinigung wieder zusammen mit den Herren Dr. Jacobs und Paul von Schubert von Baden Racing im feierlichen Ambiente des Casinos die Ehrung für unsere Champions.
Frau Bernecker repräsentierte die Besitzervereinigung auf dem Weltfest des Pferdesports CHIO in Aachen beim Thementag „Besitzer werden“.
Am 11. August organisierten wir den bereits neunten deutschen Renntag in Newmarket. Zusammen mit der BBAG, den Gestüten Ammerland, Brümmerhof, Fährhof, Görlsdorf, Röttgen, Wittekindshof und dem Münchener Rennverein bewirteten wir internationale Gäste hauptsächlich aus England und Irland. Mein Dank geht an die German Thoroughbred Marketing und Herrn Tiedtke, sowie die BBAG mit Frau Ortlieb und Herrn Eulenberger, die den Tag maßgeblich veranstalteten.
Die letzte Veranstaltung im abgelaufenen Berichtszeitraum war das am vergangenen Freitag vom Gestüt Ohlerweiherhof veranstaltete Gestütsfest, wo auch alle unsere Mitglieder eingeladen waren. Es war ein schönes Beisammensein mit Gestütsbesichtigung und Präsentation der Jährlinge.
Über unseren Facebook-Kanal erreichten die von uns produzierten und eingestellten Videos zur Championatsehrung und die Serie Kaffee oder Tee weit über 330.000 Nutzer. Ein Dank geht hier an die Agentur Figge und Schuster, die uns hierbei sehr unterstützt hat.“

Herr Ostermann dankt Herrn Krüger für die Präsentation und lobt die Leistungen von Herrn Krüger und Frau Bernecker.


TOP 4 Entlastung von Präsidium und Vorstand

Herr Ostermann erteilt Herrn Rolf Leisten das Wort. Herr Rolf Leisten lobt das Engagement der Besitzervereinigung und dankt dem Vorstand und dem Präsidium für die ehrenamtliche Arbeit. Er bittet die Mitglieder um Entlastung von Präsidium und Vorstand für das Geschäftsjahr 2017. Die Entlastung erfolgt einstimmig, bei Stimmenthaltung des Präsidiums und des Vorstandes.
Herr Ostermann dankt Herrn Leisten für seine Worte und der Versammlung für das Votum.


TOP 5 Zusammenarbeit mit Baden Racing

Herr Ostermann bittet Herrn Dr. Jacobs als Präsidenten von Baden Racing zunächst ein paar Gedanken zu diesem Thema zu formulieren. Herr Dr. Andreas Jacobs berichtet: „Vor 10 Jahren kam der Präsident des Internationalen Clubs auf Paul von Schubert und mich zu und bat um Hilfe. Kurze Zeit später ging der Internationale Club in die Insolvenz. Es fand sich niemand, um diesen Verein zu retten und da sich niemand aus der Region fand, um den Verein zu retten, taten wir das und betreiben seit knapp 10 Jahren mit Baden Racing die Rennbahn. Das haben wir gemacht, weil die Rennbahn systemrelevant ist. Ohne Baden-Baden ist die Auktion nicht denkbar. Auch der Umsatz der Rennen ist doppelt so groß, wie z. B. auch bei den großen Rennvereinen im Westen Köln und Düsseldorf. Wir sind damals eingesprungen und haben uns bemüht, anders als andere Rennvereine, diesen Verein nicht kommerziell zu führen, sondern ideell zu führen, über die normale Wirtschaftslogik, die wir aus dem Geschäft beherrschen, hinaus, Dinge zu betreiben, die wichtig und elementar für den Rennsport sind. Dazu gehört der Erhalt der Gruppe-Rennen, die auch für die Züchter elementar sind, ohne Grupperennen, ohne Leistungsprüfungen könnte man den Rennsport, die Zucht vernachlässigen. Insofern haben wir die Grupperennen nicht nur erhalten, sondern wir haben sie überdurchschnittlich dotiert. All das sind Maßnahmen, die für die Wirtschaftlichkeit unlogisch waren, aber für den Rennsport wichtig und damit ideell waren und sind. Die Basisrennen sind genauso betroffen, wir schütten im Durchschnitt deutlich mehr aus und das alles ist ein bunter Blumenstrauß, der auch eine Vorreiterrolle sein soll für andere Rennvereine, ein Vorbild sein soll für das, was erreichbar ist, und es soll natürlich auch allen Besitzern Spaß machen hierherzukommen, hier zu laufen. Wir haben auch neue Rennen wie die Winterkönigin hier angesiedelt. Wir haben es auch geschafft, wieder ins Fernsehen zu kommen, mit dem Großen Preis von Baden, dadurch auch mit dem Deutschen Derby.
Leider hat es wirtschaftlich nicht so geklappt von den Zahlen, wie wir wollten. Natürlich haben wir gedacht, dass die Rückerstattung früher rückeingeführt wird. Sie kostet uns gut 300.000 € im Jahr. Herr von Schubert und ich kamen nach acht Jahren zu der Schlussfolgerung, dass wir dies privat nicht mehr stemmen können. Wir haben in den letzten 10 Jahren 5 Millionen Euro investiert, die einfach weg sind. Wir haben uns gefragt, wie können wir diese Struktur auf langfristige Füße stellen. Wir haben dann im Jahr 2017 ein sehr großzügiges Sponsorship von Manfred Ostermann erhalten, der versucht hat, mit uns das Loch zu füllen. Wir mussten eine Struktur finden, die langfristig funktioniert, und so haben wir dann für dieses Jahr auch die Unterstützung der Besitzervereinigung bekommen, die uns geholfen hat diese Preisgelder auszuschütten. Aber wir haben das im Frühjahr auch mit der klaren Ansage verbunden, dass dieses das letzte Jahr ist. Deswegen gab es in den letzten Monaten mit verschiedenen Kreisen Gespräche: wollen wir dies erhalten und wenn ja wie können wir dies erhalten? Insofern standen wir in den letzten Monaten in Verhandlungen mit der Besitzervereinigung wie auch mit dem DVR und der Vorschlag von Herrn von Schubert und mir an das DVR war, hier mit einzusteigen. Die Alternative ist, den Verein ab 2019 in einer kommerziellen Form zu führen. Aus den Diskussionen entstanden verschiedene Möglichkeiten, wie wir den Verein weiterführen können.“
Herr Ostermann dankt Herrn Dr. Jacobs und Herrn von Schubert und ihren Familien ganz besonders für die zur Verfügungstellung erheblicher Mittel für den Rennsport, indem sie die Defizite, die hier aufgelaufen sind, letztlich ja durch das hohe Rennpreisvolumen, aus ihrer eigenen Tasche finanziert haben. Er lobt dies als eine außergewöhnliche Leistung.
Herr Ostermann berichtet, dass es ausführliche Diskussionen in den verschiedenen Gremien gab und stellt folgende Vorschläge vor:

1. Favorisierte Lösung: Privatinvestor finden, der mindestens 51 % von Baden Racing übernimmt (Herr Dr. Jacobs und Herrn von Schubert bleiben im Rahmen von 20-49 % beteiligt)
2. Das Direktorium beteiligt sich zu 51 % an Baden Racing (Herr Dr. Jacobs und Herrn von Schubert bleiben im Rahmen von 20-49 % beteiligt)
3. Die Deutsche Galopp KG beteiligt sich mit 51 %
4. Die Besitzervereinigung/BBAG können sich in Baden Racing engagieren.

Er bittet die Mitglieder dies schon einmal untereinander sehr intensiv zu diskutieren. Man brauche mindestens einen Drei-Jahres-Zeitraum um Baden Racing auf eine schwarze Null zu bringen. Herr Ostermann fasst zusammen, dass es vier Szenarien gibt, die in den nächsten Wochen erarbeitet werden müssen. Sollte es bis ca. Ende Oktober keine Entscheidung geben, wird es eine Übergangslösung für 2 bis 3 Jahre geben, die durch die Subventionen der Besitzervereinigung, der BBAG, des DVR finanziert wird, bis man den Endzustand gefunden hat.
Herr Dr. Vesper betont, dass es ein wichtiges Thema ist und die Badener Bahn ein Flaggschiff ist, welches erfolgreich bleiben muss. Daher benötige man entsprechende Aktivitäten und er werde sich gemeinsam mit den verschiedenen Gremien dieser Verantwortung stellen.


TOP 6 Strukturreform Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e. V.

Herr Ostermann bittet den Geschäftsführer des Direktoriums für diesen Tagesordnungspunkt ans Mikrofon.
Herr Vogel berichtet: „Strukturreform, ein Thema, zu dem man schon gar nichts mehr hören möchte, weil wir es seit Jahren diskutieren. Seien Sie aber versichert, das Thema steht bei uns ganz oben auf der Tagesordnung und in diesem Zusammenhang, weil gerade auch die Strukturreform sehr eng mit der Neugestaltung unserer Geschäftsführung und unserer operativen Einheiten verbunden ist, aber auch ganz eng damit verbunden ist - wie präsentieren wir uns im politischen Bereich? Dazu kann ich sagen - die 165 Tage mit Herrn Dr. Vesper haben mir persönlich sehr sehr viel Freude bereitet, aber nicht nur Freude, sondern wir sind schon durch seine wirklich tollen Kontakte auch im politischen Bereich sehr sehr viel weiter. Wir reden noch nicht darüber, dass wir Ergebnisse präsentieren können, aber wir sind auf einem sehr guten Weg und ich kann sagen, dass dieser Weg, der derzeit begangen wird, wesentlich erfolgsversprechender ist, als die langwierigen Verhandlungen, die sicherlich notwendig waren im Vorfeld, aber ich bin sehr optimistisch und kann der Mitgliederversammlung sagen, dass Herr Vesper jederzeit verfügbar ist mit enormen Einsatz für den Rennsport. Wir haben es erlebt, alle Fernsehanstalten hatten gesagt, es gibt keine Übertragung. Er hat es auf dem kurzen Dienstweg erreicht, dass das Derby im Fernsehen war. Es wird viel bewegt, aber wir sind natürlich erst am Anfang, wir haben im Bereich der Strukturreform Herrn Tiedtke und Herrn Sundermann gebeten, Gedanken aufzuzeigen, wo und wie wir insbesondere die Einnahmesituation für den deutschen Galopprennsport langfristig verbessern und sichern können. Wir können sicherlich eine ganze Menge an Dingen intern bereinigen und verbessern, aber die Einnahmesituation ist einer der wesentlichen Punkte, wie das Wettgeschäft. Auch da gehen wir mit kleinen Schritten in die richtige Richtung, aber da ist der Ansatz sowohl bei German Tote als auch auf der Buchmacherseite wie pferdewetten.de. Die Zusammenarbeit muss enger, zielorientierter werden und wir müssen sehen, dass wir die Barrieren beseitigen, die derzeit unser Wettsystem schwächen. Das sind unterschiedliche Totalisatorkurse, das ist aber auch das internationale Wettgeschäft, da müssen wir interessanter werden für den internationalen Markt. Die Wege sind vorgezeichnet, wir haben Ideen und werden auch da sehr kurzfristig für die nächste Saison Veränderungen einleiten, die insbesondere unser Wettprodukt insgesamt für den Kunden, aber auch für den internationalen Markt interessanter machen. Das Wettvolumen international schwächelt nicht, wir müssen nur sehen, dass es auch in unseren deutschen Totalisator kommt. Im Bereich der operativen Einheiten haben wir entschieden, dass wir neben der klassischen Verbandsebene im Bereich einer unserer Tochtergesellschaften das operative Geschäft insbesondere PR und Marketing, Vermarktung, aber auch die Zusammenarbeit mit den Rennvereinen, Verbesserung der Zusammenarbeit mit German Tote, den Buchmachern in neue Hände legen wollen. Wir waren sehr aktiv, aber leider kann ich Ihnen noch kein positives Ergebnis berichten. Eine Vielzahl von interessanten Persönlichkeiten haben sich für diese Position beworben, der, den wir dann eigentlich ausgesucht haben und wo wir auch der Überzeugung waren, der würde was bewegen können, hat leider im letzten Moment abgesagt, sodass wir derzeit weitere interessante Gespräche führen. Eins unserer vordringlichen Ziele: diese operative Einheit jetzt sehr zeitnah mit einer Person zu besetzen, die sich um diese Themen kümmert. Herr Vesper hat es in seinem Interview schon gesagt, die große Strukturreform wird es nicht geben, die große Strukturreform kann das Ergebnis vieler kleiner machbarer Schritte sein, die wir sukzessive einleiten wollen. Die Unterstützung der Rennvereine darf und kann sich von unserer Seite her nicht nur weiterhin auf finanzielle Zuwendungen beschränken. Die Situation ist gerade auch für das DVR und das geschäftsführende Vorstandsmitglied schwierig, wenn man eigentlich von montags bis freitags nur Anrufe für Unterstützung bekommt. Da müssen klare Regelungen getroffen werden für die Zukunft, sodass zum Einen die Bezuschussung transparenter wird, wir den Vereinen auch alle mögliche Unterstützung gewähren wollen, aber es darf sich nicht nur darauf beschränken, dass die Vereine die finanziellen Mittel in Anspruch nehmen, da muss auch von den Vereinen etwas mehr kommen im Bereich der Durchführung der Veranstaltungen. Die Rennwettsteuerrückvergütung ist auch ein Thema, das wir natürlich haben und das auch direkte Auswirkungen auf die Strukturreform hat, es ist auf einem guten Wege. Wir haben, was Nordrhein-Westfalen angeht, sehr positive Ergebnisse mit der Landesregierung erzielt. Die nordrhein-westfälischen Galopp- und Trab-Rennvereine werden seit diesem Jahr mit 1,2 Millionen Euro unterstützt. Es zeigt sich, dass es wichtig ist, die Möglichkeiten mit den Landesregierungen auszuloten, und das ist keine Begrenzung auf Nordrhein-Westfalen. Gespräche mit anderen Landesregierungen laufen.“
Herr Ostermann bedankt sich für die Ausführungen von Herrn Vogel.
Herr Rolf Leisten fragt nach, wie man mit den Quoten der PMU zurechtkommt. Er berichtet, dass früher einheitliche Abzüge bei den Quoten beschlossen wurden. Bei den Rennvereinen herrsche aber die Angst, dass ein Absenken der Quoten zu weniger Geld führt und diese nicht die Hoffnung haben, dass es zu einem höheren Umsatz führt. Der Kunde jedoch folge der höheren Quote. Herr Leisten bittet Herrn Hartenstein, Herrn Vesper und Herrn Vogel darum, diese Thematik bei der BGG zu forcieren.
Herr Ostermann berichtet, dass dieses Thema sehr intensiv im Direktorium diskutiert wurde. Die Idealvorstellung sei ein einheitlicher bundesweiter Abzug, aber man laufe dann für alle Rennvereine in ein wirtschaftliches Minus von 500.000 bis 700.000 €. Das sei eine Diskrepanz, die man den Rennvereinen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zumuten kann. Man könne diese Summe auch zurzeit den Rennvereinen nicht als Absicherung zur Verfügung stellen.
Herr Leisten appelliert nochmals, den Mut für diesen Schritt aufzubringen, auch wenn kurzzeitig finanzielle Löcher entstehen.
Herr Buchner, Geschäftsführer der BGG, berichtet, dass es seit 2015 einen Beschluss zur Vereinheitlichung der Abzüge gibt, dies auch umgesetzt wurde, dass lediglich der eine oder andere Rennverein in der Umsetzung noch Probleme habe, welche aber bei den Gesetzen der Landesebene des betreffenden Bundeslandes liege.
Herr Brauer meldet sich zu Wort, dass die Einheitlichkeit nicht das Problem sei. Das Problem sei, dass die Abzüge einheitlich zu hoch sind, weitaus zu hoch. Es gehe nicht darum, etwas Bestehendes zu optimieren, sondern es gehe darum, dass die Rennvereine die deutsche Totalisatorwette ruiniert haben. Es müsse der totale Untergang auf diesem Gebiet verhindert werden. Es ist sehr viel Zeit verloren gegangen. Man kann es von heute auf morgen ändern.
Herr Vogel berichtet aus der Geschichte der Wettabzüge. Er plädiert dafür, dass man sich an die internationalen Abzüge annähern muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben, betont aber auch, dass es auf Grund der finanziellen Einbußen in der Anfangszeit kein leichter Schritt sei.
Herr Lars-Wilhelm Baumgarten unterstützt den Vorschlag von Herrn Brauer. Er hält es für den einzigen Weg das Wettgeschäft in Deutschland einigermaßen stabil zu halten. Er schlägt vor, einen Fallschirm für die Rennvereine aus dem Racebets-Geld zu verabschieden, um eine erste konkrete klare Maßnahme für den Sport zu haben.
Herr Leisten plädiert auch dafür, die Racebets-Gelder für einen Fallschirm zur Absenkung der Abzüge einzusetzen.
Herr Ostermann berichtet, dass das Präsidium und die BGG intensiv an diesem Thema arbeiten. Er zeigt sich beeindruckt, dass im Auditorium die Bereitschaft besteht, Gelder in dieser Größenordnung dafür zur Verfügung zu stellen, da diese Gelder langfristig in eine neue Zukunft investiert werden sollen. Man habe einen Teil der Gelder verwendet, um sich an einem großen profitablen Wettunternehmen zu beteiligen. Man hat 5% an der pferdewetten.de AG erworben. Diese Investition garantiert eine Dividende. Wenn die Zukunftsformulierung abgeschlossen ist, dann muss man das Thema der Absenkung der Abzüge sehr seriös in die Kalkulation miteinbeziehen.
Herr Baumgarten berichtet, dass man trotzdem, 18 Monate nach dem Racebets-Deal nun ungeduldig ist, was mit den Geldern passiert.
Herr Ostermann fordert Herrn Baumgarten auf, sich in den Gremien zu engagieren.
Herr Brauer merkt an, dass die Mitgliederversammlung der Besitzervereinigung die einzige basisdemokratische Veranstaltung im Rennsport sei.
Herr Ostermann findet es gut, dass man sich auf der Mitgliederversammlung so offen austauscht und fragt Herrn Vesper, ob man so eine Veranstaltung nicht für alle, die sich dem Rennsport verpflichtet fühlen, initiieren kann.
Herr Dr. Vesper berichtet, dass trotz seiner kurzen Amtszeit schon mehrfach über das Thema im Präsidium gesprochen wurde und, dass schon auf der letzten Präsidiumssitzung besprochen wurde, sich auf der nächsten Sitzung mit dann vorliegenden konkreten Zahlen nochmals mit diesem Thema zu befassen. Er berichtet, dass er diesen Austausch auf der Mitgliederversammlung sehr spannend findet, und er möchte seinen Kollegen im Präsidium vorschlagen, dass eine solche Sitzung mit allen am Rennsport Beteiligten ins Leben gerufen werden sollte.


TOP 7 Festsetzung des Vereinsbeitrages für das kommende Geschäftsjahr

Herr Krüger erklärt, dass der Vorstand empfiehlt, den Beitrag so zu belassen. Dies wird von der Mitgliederversammlung mit einer Enthaltung und zwei Gegenstimmen genehmigt.


TOP 8 Wahl des Wirtschaftsprüfers

Herr Krüger teilt mit, dass der Vorstand vorschlägt, wie bisher die Firma Hans M. Klein + Partner zu wählen. Der Vorschlag wird von der Mitgliederversammlung einstimmig mit befürwortet.


TOP 9 Behandlung von Anträgen

Herr Ostermann teilt mit, dass keine weiteren Anträge vorlagen.

TOP 10 Allgemeine Aussprache

Herr Leisten meldet sich zu Wort und führt aus, dass es eine große Verständnislosigkeit unter den Aktiven gibt, dass der Krefelder Rennverein an einem Sonntag nur noch sechs Rennen veranstaltet. So gibt es auch ein überschaubares Nennungsergebnis. Es könne nicht sein, dass es so ein Angebot gibt an einem Sonntag. Für die kleineren Besitzer und Trainer rechnet es sich nicht mit einem Pferd zur Veranstaltung zu fahren, aber bei sechs Rennen mangele es am Angebot, um mit zwei oder drei Pferden anreisen zu können. Er bittet den Vorstand und das Präsidium der Besitzervereinigung darum, sich dafür einzusetzen, dass es eine solche Ausschreibung zumindest ab dem Jahr 2019 dann nicht mehr gibt.
Herr Hartenstein nimmt Stellung zu Herrn Leistens Ausführungen, er gibt ihm Recht, dass es für Deutschland unüblich ist, dass der Krefelder Rennverein nur sechs Rennen veranstaltet. Er bezeichnet es als betriebswirtschaftliche Abwägung. Ihm sei auch klar, dass sich die kleineren Besitzer und Trainer überlegen nach Krefeld zu kommen, aber jedes Rennen kostet den Rennverein Geld und man brauche für jedes Rennen mindestens 50 % Sponsoring, um mit einer schwarzen Null zu schließen. Man würde gerne mehr Rennen veranstalten, aber man konnte es sich dieses Jahr nicht leisten.

Weitere Wortmeldungen lagen nicht vor.
Herr Ostermann dankt auch im Namen des Vorstandes allen Anwesenden für die Teilnahme, wünscht noch eine erfolgreiche Woche und schließt die Versammlung.


Baden-Baden, 27. August 2018


f.d.R.


Daniel Krüger
 
 
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