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Übersetzung eines Racing-Post Artikels über den Rückgang der Fohlengeburten ( 17.02.2017 )
 
Weiter unten finden Sie eine freie Übersetzung eines Racing-Post Artikels über den Rückgang der Fohlengeburten.
Den Original-Artikel finden Sie unter folgendem Link:
http://bloodstock.racingpost.com/news/bloodstock/alarming-drop-in-foals-born-since-recession/2216102/
 
Alarmierender Rückgang der Fohlengeburten seit dem Konjunkturrückgang
Getroffen durch den schonungslosen Schlag des Konjunkturrückganges von 2008, ist die weltweite Vollblutzucht in drei Schlüsselkategorien um mehr als 25 % geschrumpft von dem Punkt, wo die Zucht noch vor weniger als einem Jahrzehnt stand.
Der erschreckende Rückgang der Zahl der gedeckten Stuten, aktiven Deckhengsten und geborenen Fohlen überall auf der Welt ist ein über die Zukunft des Rennsports heraufziehender Schatten, da der Sport vom jährlichen Zuwachs der jungen Pferde im Training abhängt.
Die neuesten und absoluten weltweiten Angaben, die vom International Stud Book Committee, Weatherbys und dem United States Jockey Club erstellt wurden, zeigen, dass die Zahl der gedeckten Stuten weltweit von 198.264 im Jahr 2007 auf 140.826 in 2015 gefallen ist, ein Rückgang von 57.438 oder 29%, annähernd ein Drittel der Gesamtzahl, die noch vor neun Jahren gedeckt wurden.
Noch schlimmer ist der Rückgang der aktiven Deckhengste. Im Jahr 2007 gab es 11.423 Hengste, die Stuten auf der Welt gedeckt haben, aber in 2015 war diese Zahl um 35% auf nur noch 7.396 gefallen.
Die Zahl der geborenen Vollblutfohlen stürzte um 32.986 ab, ein Rückgang von 27% von 2007 bis 2015. Um diese Zahl in eine Perspektive zu bringen, es handelt sich um mehr als alle Fohlen die in 2007 in Irland und Australien zusammen produziert wurden, den zweit- und drittgrößten Züchter der Welt.
„Diese weltweiten Trends sind sehr beunruhigend“, sagte Julian Richmond-Watson, Vorsitzender der Thoroughbred Breeder’s Association. „Am Ende werden wir nicht in der Lage sein, die Rennmeetings, die die Rennbahnen durchführen wollen mit Pferden zu bestücken.“
Während führende internationale Zuchtbehörden den Trends gefolgt sind, haben sie sie bisher noch nicht im Detail öffentlich diskutiert. Stattdessen wurden die Zahlen unauffällig veröffentlicht, indem nur Veränderungen von Jahr zu Jahr in manchen Ländern gezeigt wurden, oder auf der jährlichen Konferenz der International Federation of Hoseracing Authorities, ohne tiefere Begutachtung oder Kommentare wie oder ob die beachtlichen Rückgänge umgekehrt werden können.
Richmond-Watson und Dan Metzger, Präsident der US Thoroughbred Owners and Breeders Association, erwarten, dass das Thema während des Kongresses der International Thoroughbred Breeder’s Federation in Kapstadt nächsten Monat (Januar) aufkommen wird.
„Wir denken darüber nach, wie wir Züchter ermutigen können“, sagte Richmond-Watson. „Die Rennindustrie existiert nicht ohne Züchter.“
„Es betrifft uns“, sagte Metzger zu den rückläufigen Zahlen. „Ich denke letztlich werden die meisten Menschen zustimmen, dass wir hoffentlich am Ende des Rückgangs, was die Fohlen und die gedeckten Stuten betrifft, angelangt sind und, dass es wahrscheinlich gut wäre eine sanfte Festigung zu sehen.“

Die USA wurde am härtesten getroffen
Die USA waren und bleiben der weltweit größte Vollblutzüchter und führt mehr Rennen durch als jede andere Nation. Die amerikanische Zucht wurde am stärksten vom Konjunkturrückgang getroffen, wie die spektakulären Rückgänge, die fast an die Hälfte des gesamten amerikanischen Geschäftes heranreichen, deutlich offenbaren.
Die Zahl der gedeckten Stuten in den USA ist um 23.404 in weniger als einem Jahrzehnt zurückgegangen von 58.672 auf 35.268, ein Rückgang von fast 40%. Die Zahl der aktiven Deckhengste ist um 50% abgestürzt, von 3.562 auf 1.780 während die Zahl der Fohlen um 40% zurückgegangen ist, oder um 13.757- eine Anzahl, größer als die gesamten Fohlengeburten in Australien in 2015 und drei Mal so hoch wie die Anzahl der Fohlengeburten in Großbritannien.
Und trotzdem gibt es in Großbritannien und Irland Sorgen über eine Überproduktion, obwohl die Zahl der Fohlengeburten in diesen Ländern auch seit dem Konjunkturrückgang schlagartig abgefallen ist.
Von 2007 bis 2015 ging die Zahl der gedeckten Stuten um 45% zurück, während Großbritannien einen 40%-gen Rückgang verzeichnete. Genauso ging die Zahl der Fohlen um 32% in Irland und um 23% in Großbritannien zurück.
Wie in den USA ist die unfassbarste Zahl, die der Deckhengste, die Stuten decken. In beiden Ländern, Irland und Großbritannien, ging die Zahl um die Hälfte zurück, 47% in Irland und 55% in Großbritannien.
Dieser gewaltige Rückgang der Zahl der Deckhengste ist, nach Richmond-Watson, der besorgniserregendste dieser Trends, die die Statistik zeigt, da er auf eine Beschränkung der Blutlinien hindeutet und einen modernen Eifer nach Hengsten, die Schnelligkeit und Frühreife bringen, begleitet, statt der Hengste, die für Ihre klassischen Fähigkeiten bekannt sind. Die Rückgänge unterstreichen auch den Mangel an Zeit, die den Hengsten zum Beweisen ihres Wertes gegeben wird.
„Es wird für die Zucht langfristig von Nachteil sein, dass wir den Hengsten nicht genug Zeit geben sich zu beweisen. Aufgrund dieser profitorientierten Realität, züchten die Menschen mit Hengsten in der ersten Saison, ob sie gut sind oder nicht“, sagte Richmond-Watson. „Es kann nicht gut für die Zucht sein, dass wir die Vielfalt nicht beibehalten und eine Vielfalt muss durch alle Bereiche gehen“.

Frankreich widersetzt sich dem Trend
Im Großen und Ganzen, die Daten – die von Andrew Chesser, IFHA Generalsekretär und Manager der Registrierung des US Jockey Club zur Verfügung gestellt wurden, zeigen, dass es Rückgänge in den Zahlen der gedeckten Stuten der aktiven Deckhengste und der Fohlen in jedem der sieben größten Zuchtländer von 2007 bis 2015 gibt, mit nur einer kleinen Ausnahme.
In absteigender Reihenfolge, der größte Vollblutzüchter sind die USA mit 23,1% der weltweiten Fohlen 2015 von 28,2% 2007; Australien mit 14,2% von 14,7%; Irland mit 9,9% von 10% kommend; Argentinien mit 8,2% gestiegen von 6,2%; Japan mit 7,4% gestiegen von 5,7%; Frankreich mit 5,7% gestiegen von 4 % ; und Großbritannien mit 5,1% gestiegen von 4,8%.
Bisher ist Frankreich das einzige Land in dieser Gruppe, das in einer Kategorie in 2015 zu 2007 einen Anstieg hatte, die Zahl der Fohlen stieg um 209 auf 5075, ein Anstieg von 4,3% verglichen mit der Statistik von 2007.
Ronan Murphy, Geschäftsführer des Weatherbys General Stud Buch von Großbritannien und Irland sowie stellvertretender Vorstandsvorsitzender des International Stud Book Committee (ISBC) hielt eine Präsentation im Januar (2016) bei der Asian Racing Conference über die aktuelle weltweite Fohlenstatistik. Das ISBC überwacht Regeln, Vorschriften und Übereinstimmung der 69 anerkannten Behörden, die Vollblüter rund um den Globus registrieren.
Murphy hat nur ungern Fragen zur Einsicht in die Rückgänge in der weltweiten Zucht beantwortet. „Es ist nicht der Ort, um eine Meinung zu Trends abzugeben“, sagte er. „Beim ISBC diskutieren wir nicht darüber, warum die Trends so sind wie sie sind.“
Nun hat das ISBC, welches sich jährlich in Newmarket vor der jährlichen IFHA Konferenz in Paris trifft, zugestimmt, in der Zukunft jedes Jahr einen ausführlichen Bericht über Zuchtdaten zu veröffentlichen, den alle nutzen können.
„Es gibt ein echtes Interesse an einem detaillierten statistischen Bericht“, sagte Murphy, dessen Präsentation auf der Asian Racing Conference zeigte, wie wichtig die amerikanischen Länder für den weltweiten Bedarf an Pferden ist: Nord- und Südamerika, mit Zentralamerika und der Karibik züchten ungefähr 43% der Vollblutfohlen. Europa und die Mittelmeerregion folgen mit 22,5%, Australien mit 15%, asiatische Länder, dominiert von Japan, folgen mit 14,8%, während Neuseeland 3,7% der Vollblüter züchtet und Südafrika mit unter einem Prozent.

Konjunkturrückgang prallt ab
Murphy, Richmond-Watson und Metzger, jeder hat einige Zeichen innerhalb der Daten angemerkt, die die Effekte des Konjunkturrückgangs angeben können und, dass die Zucht sich erholt, obwohl Richmond-Watson warnte, dass es Jahre dauert mögliche Trendänderungen einzuschätzen.
Wie kürzlich von Weatherbys veröffentlichte Statistiken des Jahres 2016 von Großbritannien und Irland zeigen, stieg die Anzahl der Fohlen in Irland im vierten Jahr in Folge und sie stieg sieben Prozent vom Wert von 2015 auf 8.792, obwohl diese Zahl noch weit weg ist von den 12.836 irischen Fohlen die in 2007 geboren wurden. In Großbritannien wuchs die Anzahl der Fohlen um drei Prozent von 2015 auf 4597, im Vergleich zu 5898 Fohlen in 2007.
Nicht alle Nationen haben Daten für 2016 veröffentlicht, aber auch die Zahlen von 2015 sind in manchen Bereichen vielversprechend. Der US Jockey Club berichtet von einem Anstieg um 150 Fohlen, oder weniger als ein Prozent, für 2015 verglichen mit 2014, aber die Anzahl der gedeckten Stuten in 2015 geht weiter zurück, um 535 oder um 1,5 Prozent. Frankreich berichtet von einem Anstieg der Fohlen um 10,7% für 2015 verglichen mit 2014.
„Ich denke wir werden uns stabilisieren und uns langsam vorwärts bewegen“, sagte Richmond-Watson beim Analysieren der Daten und im Hinblick auf die Zukunft der weltweiten Zucht.
Darauf angesprochen, ob Überproduktion noch ein Thema in manchen Märkten sein sollte, sagte Richmond-Watson, dass es in der heutigen kommerziellen Welt, verglichen mit vergangenen Zeiten, in denen es mehr Besitzer-Züchter gab, nicht genügend Käufer für die ganzen jungen gezüchteten Pferde gibt und adäquate Mittel um die Kosten für die Aufzucht dieser Pferde zu decken. Er betont, dass dies dennoch nicht heißt, dass es genug Pferde für zukünftige Rennen geben wird, wenn der weltweite Rückgang in der Anzahl der Fohlen weitergeht.
„Was dies heißt ist, dass mehr Pferde gezüchtet werden, als dass es Besitzer gibt, die diese kaufen. Es heißt nicht, dass es mehr Pferde gibt als wir für die Rennen brauchen,“ sagte Richmond-Watson. „Das ist wo die unzutreffende Bezeichnung herkommt – die Menschen verstehen es falsch. Der Rennsport würde es lieben, all diese Pferde auf der Bahn zu haben, aber jemand muss für sie bezahlen.“
Auktionen für Pferde im Training in 2016 zeigten, dass es eine große Nachfrage weltweit gibt.
„Rund um die Welt gibt es einen großen Appetit für Pferderennen bei den Menschen die keine Pferde züchten können wie wir, im Mittleren Osten oder Hong Kong, und wenn ich optimistisch war, würde es auf diesem Level sein. Wenn man ein Pferd auf ein brauchbares Niveau bekommt, gibt es einen guten Markt für ein Pferd, das Rennen laufen kann.“, gab Richmond-Watson an.
Rennbahnen sind selbstzufrieden geworden und müssen die Initiative ergreifen, schlug er vor. Um die Wunden zu heilen, die der Konjunkturrückgang verursacht hat, „sie müssen aufwachen und mehr Anreize bieten um Rennen zu laufen und Pferde zu züchten“, sagt er.
 
 
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