NEWS
TERMINE
 
Jahresgeschäftsbericht ( 31.08.2017 )
 
 
Sehr verehrte Damen,
sehr verehrte Herren,
liebe Mitglieder der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen,


den Jahresgeschäftsbericht 2016/2017 möchte ich diesmal bewusst mit der letztjährigen Jahreshauptversammlung beginnen, in der wir unseren Vorstand, das Präsidium, sowie Präsident und Vize-Präsident neu gewählt haben. Unsere Mitglieder haben sich nicht nur für Konstanz und Beständigkeit, sondern auch für eine Verjüngung des Vorstandes entschieden. So wurde das Tandem bestehend aus den Herren Manfred Ostermann und Gregor Baum, Präsident und Vize-Präsident, mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. Aber auch durch die Wahl der neuen Vorstandsmitglieder Frau Tonya Rogge, Herrn Matthias Seeber und Herrn Marc Daßbach wurde eine Verjüngung des Vorstandes herbeigeführt. Des Weiteren entschieden sich die Mitglieder, einer vom Vorstand vorgeschlagenen Satzungsänderung zuzustimmen, in der man dem Vorsitzenden / der Vorsitzenden der neu gegründeten Jungen Besitzervereinigung kraft Amtes eine Stimme im Vorstand der Besitzervereinigung gibt. Damit sollte es möglich sein, dass auch der Nachwuchs sich mit seinen Visionen und Ideen, aber auch Sorgen und Problemen direkt einbringen kann. Als Vorstandsmitglied der Besitzervereinigung ist diese Person auch gleichzeitig in der Mitgliederversammlung des Direktoriums stimmberechtigt.

Mit der Gründung und Aufnahme der Arbeit der Jungen Besitzervereinigung im Oktober 2016 und der Wahl des Vorsitzenden Marc Daßbach und der stellvertretenden Vorsitzenden Catharina Wind verfügt die Besitzervereinigung über eine eigene Jugendorganisation, analog den Verbänden in England, Irland und Frankreich. Es ist uns hierbei wichtig, dass die junge Besitzervereinigung von uns, den Mitgliedern der Besitzervereinigung, gestützt und gefördert wird, aber auch ein eigenständiges Vereinsleben entwickelt, um durch dieses Amt in unserem Vorstand die Arbeit der gesamten Besitzervereinigung mitgestalten zu können. Für das aktuelle Jahr hat die Junge Besitzervereinigung sich folgende Projekte vorgenommen: So wird man im August 2017 im Rahmen des deutschen Renntages in Newmarket für zwei Tage die englische Vollblutmetropole besuchen. Neben Besuchen der Gestüte Darley und Juddmonte sind auch eine Besichtigung des Pferdemuseums, der Galopps und natürlich einer Rennveranstaltung geplant. Anfang November wird man in Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle einen dreitägigen Workshop für Auszubildende im Rennsport ins Leben rufen und organisieren. Ziel dieser Veranstaltung ist es, den Auszubildenden einen Gesamtüberblick über die verschiedensten Bereiche im deutschen Rennsport zu geben und andere Auszubildende kennenzulernen. Von unserer Seite wünschen wir unserer Nachwuchsorganisation Hals und Bein für ihre Vorhaben und Ziele.

Nach 12 Jahren gab es bei der Norddeutschen Besitzervereinigung einen Stabwechsel. Herr Gollmann verabschiedete sich als Präsident, aber nicht ohne sich zeitig um einen adäquaten Nachfolger gekümmert zu haben. Zum neuen Präsidenten der Norddeutschen Besitzervereinigung wurde ohne Gegenstimme Matthias Seeber gewählt, der ja bereits seit einem Jahr bei uns im Vorstand aktiv ist. Herr Seeber ist wohnhaft in der „Vollblutmetropole“ Sottrum und seit vielen Jahren bereits als Besitzer und Züchter im deutschen und europäischen Rennsport aktiv. Wir wünschen ihm ein glückliches Händchen beim Führen der Norddeutschen Besitzervereinigung.

Folgende Aktivitäten haben unsere Regionalverbände angeboten:

Die Norddeutsche Besitzervereinigung hat auch in diesem Jahr im März ihren Stammtisch in Hannover veranstaltet, zu dem dieses Jahr 80 Teilnehmer kamen.
Auf Initiative der Bayerischen Besitzervereinigung und der neu gewählten Präsidentin Frau Jeanette Spratter hat man zusammen mit Mitgliedern des Münchener Rennvereins einen zusätzlichen Renntag finanziert und veranstaltet, der mit einem Grillfest und einem gemütlichen Beisammensein seinen Ausklang fand. Dieser Außerdem bot die Bayerische Besitzervereinigung ihren Mitgliedern eine Gestütsbesichtigung auf dem Gestüt Etzean an. Diese Besichtigung fand bei den Mitgliedern einen großen Anklang, sowie auch die Fohlentaufe auf dem Gestüt Jettenhausen.
Die Mitteldeutsche Besitzervereinigung organisierte auch 2016 das Züchtermeeting auf dem Gestüt Graditz, welches auch dieses Mal ein voller Erfolg war.

Positive Nachrichten erreichen uns aus Halle, wo seit einigen Monaten die Rennbahn sowie die Gebäude mit einem hohen Aufwand kernsaniert werden, nachdem das Hochwasser dort im Jahr 2013 einbrach, was zur Folge hatte, dass dort in den vergangenen Jahren keine Rennen mehr stattgefunden haben.
Mit einem großen persönlichen und zeitlichen Aufwand, vor allem durch unser Vorstandsmitglied und Präsidenten der Mitteldeutschen Besitzervereinigung Herrn Andreas Neugeboren, hoffen wir in der Saison 2018 den Hallenser Rennverein wieder im Konzert der deutschen Rennbahnveranstalter begrüßen zu können.

Wie bereits im vergangenen Geschäftsbericht detailliert erwähnt, kämpfen die Rennvereine Frankfurt und Bremen und in der Zwischenzeit auch Neuss weiterhin um ihr Überleben. Bremen hat Ende vergangenen Jahres von der Stadt die Kündigung des Pachtvertrages erhalten. Die in Frankfurt und Bremen akuten Probleme der beiden Rennvereine sind nicht von den aktuell Handelnden zu verantworten, sondern durch Missmanagement in der Vergangenheit entstanden. Wir wiederholen erneut, dass es unabdingbar ist, auf Seiten der Rennvereine, des Direktoriums und der BGG (Betriebsgesellschaft Galopp-Rennvereine mbH) eine bessere Zusammenarbeit zu etablieren. Auch ist es nötig, die Rennvereine von Seiten des Dachverbandes besser zu unterstützen und vor allem weitreichende Entscheidungen, die die Rennvereine langfristig betreffen (z. B. Möglichkeit von Kündigung), mit allen Verantwortlichen des Rennsports zu besprechen. Auch 2017 zeichnet sich der Rennsport in diesem Bereich vor allem durch das Vertreten von Partikularinteressen aus. Um ein langfristiges Überleben für alle Rennvereine zu gewährleisten, ist es unvermeidbar, dass man nicht nur näher zusammenrückt, sondern auch enger zusammenarbeitet. Hier gibt es die Möglichkeit von Synergien und Einsparpotentiale. Nur wenn alle ihre Eigeninteressen nach hintenanstellen und gemeinsam an einem Strang ziehen, ist es möglich den Rennsport dahinzubringen, wo er hingehört, nämlich nach vorne an die Spitze.

Nicht förderlich ist es auch, wenn einige wenige Rennvereine an der Rennwettsteuerrückvergütung partizipieren, aber der größte Teil der bundesweiten Veranstalter unberücksichtigt bleibt. In Zeiten von knappen Kassen ist es ein Gebot der Fairness, dass hier alle Veranstalter und Rennvereine gleichbehandelt werden und nicht einige wenige bevorzugt. Unabdingbar für den gesamtdeutschen Rennsport ist es, die Lobbyarbeit zu verbessern und zu intensivieren. Hiermit meinen wir nicht nur Gespräche mit Politikern auf Bundesebene in Berlin, sondern aus der Hauptstadt bis hinunter in die Kreis- und Gemeinderäte.
Eine große Veränderung gab es Ende 2016 durch den Verkauf unserer Anteile an dem Online-Buchmacher Racebets an den schwedischen Buchmacher Betsson. Wir zitieren aus der Pressemeldung des Direktoriums zum Verkauf von Racebets:
Der Kaufpreis von bis zu 40 Mio. EUR wird in bar bezahlt, 34 Mio. davon bei Closing und weitere bis zu 6 Mio. EUR bei Erreichen festgelegter Ziele binnen der nächsten zwei Jahre. Die Bettertainment GmbH beabsichtigt, einen wesentlichen Teil der ihr dadurch zufließenden Mittel unmittelbar nach Erhalt an die Gesellschafter auszuschütten. Dies bedeutet, dass die DVR Wettbetriebs GmbH auf ihren Anteil von 39,52 % -unabhängig von der Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2016 -einen zweistelligen Millionenbetrag erhalten wird.
Sollte alles nach Plan verlaufen, werden die zuständigen Gremien bis Ende Januar 2017 Vorschläge erarbeiten, wie die Gelder vertragskonform und steuerlich und wirtschaftlich optimal verteilt werden. Hier sind nicht nur die Gremien des DVR sondern letztlich auch Geschäftsführung, Beirat und Gesellschafterversammlung der DG Deutsche Galopprennsport Beteiligungs GmbH &Co. KG gemeint, da die letztgenannte -wie Sie wissen -mit 12 1/3 % an der DVR Wettbetriebs GmbH beteiligt ist. Wir bitten Sie dringend um Geduld, da die nächsten Schritte wohl überlegt erfolgen müssen.
Insgesamt ist es ein sehr großer Erfolg, da die aus den uns im Jahr 2010 zustehenden Mitteln von 4,3 Mio. EUR getätigte Investition von 3 Mio. EUR in die Bettertainment GmbH sich in wenigen Jahren vervierfacht hat -ganz abgesehen von zusätzlichen erheblichen Ausschüttungen. Zwar haben wir jetzt unseren mittelbaren Einfluss auf das operative Wettvermittlungs- und Buchmacher-geschäft bei RaceBets verloren, haben aber ein finanzielles Polster, das uns erlauben wird, die eine oder andere wichtige strategische Option für die positive Gestaltung des Rennsports zu nutzen. Im Einzelnen soll alles auf der Mitgliederversammlung im Januar besprochen werden.
Unter anderem hat die Besitzervereinigung 50.000 Euro in die DG Deutsche Galopprennsport Beteiligungs GmbH &Co. KG investiert. In der Pressemeldung die damals vom Direktorium veröffentlicht wurde, bat man dringend um Geduld, da die nächsten Schritte überlegt werden müssen. Diese Geduld bringen wir natürlich gerne auf, halten es aber für notwendig, dass neben der Turf-öffentlichkeit vor allem die Kommanditisten, die damals den Verantwortlichen vertrauten und das Geld zur Verfügung gestellt haben, zeitnah über das weitere Vorgehen informiert werden. Denn nur so kann man die bisherigen Kommanditisten überzeugen, auch in Zukunft zu investieren und das Investment nicht abzuziehen.

Ein Thema, das von Seiten der Rennvereine immer wieder an uns herangetragen wird, sind die zu kleinen Starterfelder. Dies möchten wir insofern revidieren, dass auch 2017 die Zahl der Starter mit 8,49 Pferden pro Rennen (2016: 8,44 Pferde pro Rennen) konstant geblieben ist. Auch in Ländern wie Frankreich, England oder Irland gibt es Listen- und Grupperennen, in denen, trotz deutlich mehr Pferden in Training, nur kleine Felder an den Start kommen. Dies hat ganz einfach den Grund, dass diese Pferde sehr gezielt auf große Rennen vorbereitet und eingesetzt werden. So fanden in Frankreich und Irland dieses Jahr Grupperennen mit sogar nur drei Startern statt. Ein Rennen wie der Große Preis der Badischen Wirtschaft (Gruppe II) hatte zwar „nur“ sechs Starter, aber eine herausragende Besetzung. So gewann der Gruppe I Sieger Guignol gegen den amtierenden Galopper des Jahres Iquitos vor den Gruppe Cracks Wai Key Star, Devastar, Dschingis Secret und Va Bank. Man sollte sich nicht über die Quantität beschweren, sondern die herausragende Qualität vermarkten. Trotzdem möchten wir alle Besitzer und Züchter dazu ermutigen, ihre Pferde laufenzulassen. Der amtierende Derbysieger Windstoß und der Derbyzweite Enjoy Vijay sind das perfekte Beispiel, beide Pferde im Derby absolvierten bereits ihren achten Lebensstart. Wir zitieren aus dem Handicapper-Blog:

Es ist ein sympathischer Derbysieger, der uns da am Sonntag begegnet ist. Kein Pferd, das in Watte gepackt wurde, sondern eines, das schon ordentlich geprüft worden ist. Das Derby war bereits sein achter Start, soviel wie kein anderer Derbysieger in den letzten 25 Jahren, von dem in England trainierten Buzzword einmal abgesehen. Er hat sich dabei von Start zu Start gesteigert. Von 72,5 kg beim Debüt auf 74 kg beim zweiten Start und dann weiter auf 78 – 84,5 – 91 und 95,5 bis hin zu den 97,5 kg (Rating 115), die Marke für seinen Derbysieg.

Der Handicapper Blog ist übrigens im vergangenen Jahr auf Initiative der Besitzervereinigung entstanden und wir möchten auf diesem Wege Herrn Harald Siemen unseren Dank aussprechen für diesen informativen Einblick in die Arbeit der deutschen Handicapper. Für die, die den Handicapper Blog noch nicht kennen, empfehlen wir den Besuch auf der German Racing Webseite (https://www.german-racing.com/gr/blog/), wo der Handicapper Blog zu finden ist.

Wenn Sie den Jahresgeschäftsbericht in den Händen halten, ist es über ein Jahr her, dass das Deutsche Derby 2016 gelaufen wurde. Dennoch gibt es bisher keine finale Entscheidung der Gerichte. Dies sehen wir als neutraler Beobachter sehr kritisch und für alle Beteiligten, sei es Kläger oder Angeklagter als unbefriedigend. Hier ist dringender Nachholbedarf erforderlich. Es soll jedem Beteiligten möglich sein, seine Rechte zu wahren, aber eine Zeitachse von über einem Jahr allein vor der eigenen Verbandsgerichtsbarkeit ist deutlich zu lang und für die Stimmung im Gesamtsport nicht förderlich.
Wir möchten allen Mitgliedern ans Herz legen, die Derbyrede von unserem Mitglied Herrn Dr. Oschmann zu lesen, die wir dem Jahresgeschäftsbericht zu Ihrer Information beigefügt haben.

Auch im Geschäftsjahr 2016/2017 hat die Besitzervereinigung einige Veranstaltungen für ihre Mitglieder angeboten. Wir möchten hier nur einige erwähnen: die Alsterfahrt in der Derby-Woche, der deutsche Renntag in Newmarket, das Grillfest auf dem Gestüt Ohlerweiherhof mit Präsentation der Jährlinge und Deckhengste als Auftakt zur Großen Woche in Iffezheim, der Vollblut-Experten Tag und der Renntag der Gestüte. Ein großer Erfolg war wieder die Championatsehrung, die schon Wochen vorher ausgebucht war, wo in einem würdigen Rahmen in Zusammenarbeit mit Baden Racing die Champions 2016 geehrt wurden. Wir möchten allen Mitgliedern empfehlen, an diesem Abend persönlich teilzunehmen. Über die Social-Media-Kanäle der Besitzervereinigung wurden die für die Champions angefertigten Videos einem Publikum von weit über 50.000 Personen präsentiert. Dies bestätigt nochmals deutlich, wie wichtig es ist, dass der Rennsport und vor allem Rennvereine über diese Medien neue Besuchergruppen erreichen. Das Thema Social Media und Rennsport hatten wir bereits beim Vollblut-Experten Tag 2015 auf die Agenda gesetzt und 2016 das Direktorium dabei unterstützt, einen Workshop in diesem Bereich zu veranstalten. Umso bedauerlicher ist es, dass seitdem keine Folgeveranstaltung stattgefunden hat. Hier herrscht noch dringender Nachholbedarf. Rennvereine wie Berlin-Hoppegarten, Bremen, Hamburg, Bad Harzburg, Hannover oder Köln, um nur einige zu nennen, zeigen, wie es richtig geht. Trotzdem ist für viele Beteiligte hier noch eine Menge Luft nach oben.

Zum Schluss des Jahresgeschäftsberichts möchten wir noch auf eine Herzensangelegenheit hinweisen: Unser Vollblut-Experten Tag 2017 am 28. Oktober. Dieser findet schon traditionell zum Saisonabschluss in Hannover statt. Es ist uns auch in diesem Jahr gelungen tolle Referenten zu gewinnen, und wir empfehlen allen Mitgliedern eine frühzeitige Anmeldung.



Daniel Krüger im Auftrag des Vorstandes
 
 
« zurück
 
  copyright © Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V. design by Agentur Marc Rühl   |   Impressum - Datenschutz   |   Nach oben